Abitur ja, Studium nein…

Eine interessante Entwicklung scheint sich in unserem Bildungssystem abzuzeichnen: Zwar erlangen immer mehr SchülerInnen das Abitur, studieren wollen tendenziell aber nur die, die ein Gymnasium besucht haben. Ebenso sind das für gewöhnlich jene, die auch aus einer Akademikerfamilie stammen, sprich wo auch die Eltern ein Studium absolviert haben. Kinder, deren Eltern direkt eine Ausbildung aufgenommen und womöglich kein Abitur haben, neigen stark dazu, auch diesen Weg einzuschlagen, obwohl eben immer mehr von ihnen den höchstmöglichen deutschen Schulabschluss erreicht haben. Kann man hierbei von Aufstiegsangst sprechen? Häufig wird in diesem Zusammenhang auch von „Kindern aus bildungsfernen Familien“ gesprochen, auf diese Terminologie soll in diesem Artikel gezielt verzichtet werden.

Auf der einen Seite bleibt die positive Erkenntnis, dass immer mehr SchülerInnen das Abitur erlangen, immerhin handelt es sich hierbei um 50% eines Jahrgangs. Die Reformen scheinen also Früchte getragen zu haben: es handele sich hierbei in erster Linie um die „Öffnung der Hochschulen durch Fachhochschulreife und berufsbildende Wege zum Abitur“. Dieser so genannte zweite Bildungsweg eröffnet Jugendlichen tatsächlich ganz neue Möglichkeiten. War man früher einmal in der Schiene Haupt- oder Realschule, war der Übergang in ein Gymnasium schiere Utopie. Wie also hätten Betroffene jemals die Möglichkeit auf ein Abitur haben können? Heute ist das anders: durch FOS (Fachoberschule) oder BOS (Berufsoberschule, nach vorangegangener Absolvierung einer Ausbildung) stehen quasi jedem und jeder alle Türen offen. Und doch ist der Übergang an eine Hochschule im Anschluss daran bei weitem nicht selbstverständlich.

Für jene, die bereits nach der Grundschule auf ein Gymnasium übergetreten sind, scheint der weitere Bildungsweg klar: Satte 90% entscheiden sich für ein Studium. Natürlich werden darin große Hoffnungen auf eine erfolgreichere Karriere und somit auch einen besseren Verdienst gelegt.

Natürlich spielt da der soziale Hintergrund eine entscheidende Rolle. Dass überwiegend Kinder aus Akademikerfamilien ein Studium aufnehmen, ist kein Zufall. „Der Beitrag des klassischen Gymnasiums zum Abbau sozialer Ungleichheit ist eher gering“ heißt es aus Expertenkreisen, da diese Schulart in erster Linie Kinder aus einkommensstarken Familien besuchen.

Was sind also die Gründe dafür, dass sozial benachteiligte Jugendliche mit Abitur nicht studieren gehen? Forscher wollen diesbezüglich beobachtet haben, dass die Entscheidung für eine Ausbildung fast schon ein vorherbestimmter Lebensweg ist. Gerade die Kosten haben hier eine nicht unbeträchtliche Tragweite, ebenso aber auch organisatorische Gründe: die meisten StudentInnen sind auf mehrere hundert Euro im Monat angewiesen, um Miete oder die Kosten für das Pendeln zu tragen. Ein Nebenjob ist also unerlässlich, beziehungsweise springen nicht selten auch die Eltern ein. Ist die Familie finanziell nicht gut gestellt, ist klar, weshalb diese Alternative immer abschreckender wirkt. Darüber hinaus sei das Abitur in den letzten Jahren immer mehr Voraussetzung zur Aufnahme für eine Ausbildung geworden. Dies senkt gleichzeitig den Wert des Haupt- und Realschulabschlusses ungemein. Ebenfalls keine sehr gute Entwicklung.

Unterm Strich lässt sich festhalten, dass die steigenden Abiturientenzahlen zwar erfreulich sind, die soziale Ungleichheit des nachschulischen Bildungsweges nicht ausgeräumt werden.

Was könnte also konkret getan werden?

Wir freuen uns auf Ihre Meinung!

Herzlichst,
Ihr Einzelnachhilfe-Experte von ABACUS-Nachhilfe für die Landkreise Dingolfing-Landau, Freising, Landshut, Rottal-Inn und Straubing-Bogen

Jürgen Chitralla!

Hier gibt es noch mehr zu Thema:

http://www.focus.de/schule/schule/berufskompass/tid-27254/abitur-ja-studieren-nein-die-angst-der-arbeiterkinder-vor-dem-aufstieg-studierquote-bei-bildungsfernen-schuelern-ruecklaeufig_aid_816389.html

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