Drogen und Suchtbericht der Bundesregierung: Auch in Freising droht Gefahr

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Quelle: Jorma Bork / pixelio.de

Wie der aktuelle Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zeigt, gibt es beim Thema Sucht in Deutschland auch weiterhin keinen Grund zum Aufatmen.

Auch wenn der Tabak- und Alkoholmissbrauch aktuell leicht rückläufig sind, steigt dafür der Konsum von Designerdrogen. Außerdem ist eine Tendenz zum schnellen Rausch mit hochprozentigem Alkohol zu beobachten. Vor allem junge Männer sind gefährdet: Sie stellen laut Bericht eine überproportional große Gruppe der Suchtanfälligen.

Ob das Alice Schwarzer freut? Offenbar hat Mann jetzt endlich kapiert, dass er langsam überflüssig wird in Zeiten, in denen die meisten Frauen besser ausgebildet (wenn auch immer noch nicht besser bezahlt!) sind als Männer, und betäubt sich im Rausche. Damit meine ich aber nicht, dass die Emanzipation an den herrschenden Missständen schuld sei. Ganz im Gegenteil: Ich persönlich glaube, dass hier nach wie vor veraltete geschlechtsspezifische Verhaltensweisen zum Tragen kommen, die eine fatale gesellschaftliche Wirkung entfalten.

Zuerst einmal gilt gerade der übermäßige Alkoholkonsum noch immer als Rückzugsgebiet, auf dem heranwachsende Machos „sich beweisen“ zu können glauben. Als ob es in irgendeiner Weise von Männlichkeit zeugt, bewusstlos in der Gegend herumzuliegen oder – noch schlimmer! – im alkoholbedingten Jähzorn gewalttätig zu werden!

Aber leider: Gerade bei uns in Bayern – und das gilt vielleicht besonders für die Bierstadt Freising und das angrenzende Hopfenland der Hallertau! – tolerieren Eltern viel zu häufig, wenn ihre noch minderjährigen Sprösslinge beim Volksfest oder auch nur mal bis zur Besinnungslosigkeit trinken. Hier werden aber die Grundsteine für spätere Suchtkarrieren gelegt! Der gemeinsame Genuss von Alkohol gilt als Geste der Anerkennung, als Akt der Aufnahme in den Kreis der Erwachsenen.

Die betreffenden Erwachsenen wollen dabei nicht verstehen, dass ihre heranwachsenden Kinder Objekt einer Programmierung werden, die das Suchtmittel Alkohol mit positiven Emotionen verbinden. Hängen bleibt nicht der Kater am nächsten Tag, nicht das Erbrechen, die Übelkeit, sondern das Hochgefühl, das die Jugendlichen im Vollrausch erleben.

Machen sie dann noch zusätzlich die Erfahrung, dass im Rausch begangene Straftaten milder geahndet werden als nüchtern verübte, setzt sich schnell das Gefühl fest, die Enthemmung durch den Missbrauch sei sogar staatlich gedeckt.

Immer noch stellen die Folgen der gesetzlich tolerierten Drogen ein weitaus schlimmeres Risiko dar als die der verbotenen. Womit ich jedoch nicht dem Konsum jener das Wort reden will, ganz im Gegenteil. Und gerade in einer Studentenstadt wie Freising sind sie weiter verbreitet als anderswo.

Ein beliebtes Argument, dass man von den halbgebildeten Konsumenten sog. „weicher“ Drogen wie Haschisch gerne hört, ist, dass es diese ja schon immer gegeben habe. Früher habe man Hanf sogar recht oft auf dem Land angepflanzt und sich damit über die langweiligen Abende im öden Dorf oder im Einsiedlerhof weggeholfen. Wahrscheinlich, wenn man nicht gerade sternhagelvoll durchs Dorf torkelte. Gar mancher mag sogar mittlerweile Eltern haben, die in ihrer Jugend selber Haschisch konsumiert haben. Das Argument mit dem hohen Alter der Kulturpflanze Hanf stimmt zwar im Prinzip, aber dabei vergessen seine Verfechter, dass der THC-Gehalt der heute gezüchteten Hanfpflanzen ganze sieben Mal höher liegt als der von Pflanzen in den Sechziger Jahren. Das heißt, das Bewusstsein, das da angeblich „erweitert“ wird, prallt beim Neukonsumenten auf ungeahnte Veränderungen. Das ist, als schösse ein ungeübter Führerscheinneuling sich mit einer Mondrakete auf einen Flug, für den er keine Karte zur Orientierung hat. Das Ergebnis ist, dass reichlich viele und vor allem junge Leute Psychosen entwickeln. Die Ökowelle treibt in dem Sektor zusätzliche skurrile Blüten. Denn, so das Mantra der naturbewegten Klientel, „pflanzlich“ heißt ja „gesund“. Und das kommt von Leuten, die für jedes im Supermarkt erhältliche Lebensmittel lückenlos dokumentierte Produktionsreihen fordern. Dabei können sie unmöglich wissen, welche Pflanzenschutzmittel, Dünger etc. bei der Herstellung ihrer Suchtstoffe Verwendung gefunden haben. Noch schlimmer als das Kraut sind Designerdrogen. Hier kann dann alles Mögliche drin sein, prinzipiell sind sogar radioaktive Stoffe vorstellbar.

Wir brauchen also dringend mehr Aufklärung an Schulen, und zwar schon für die ganz jungen SchülerInnen, um ein Bewusstsein für die gefahren dieser Mittel zu erzeugen. Gleichzeitig jedoch sollten gerade auch Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten ein gutes Beispiel geben, damit der Nachwuchs gestärkt ins Leben geht.

Herzlichst, Ihr Abacus-Team/Dr. M. Fritz!

 

 

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