Freisings Schüler: Dran bleiben!

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Quelle:Peter von Bechen / pixelio.de

 

Wenn man wie ich aufmerksam die Nachrichten zum Thema Freising verfolgt, wird man einen leisen Verdacht nicht los: Dass über all die laufenden Diskussionen zum Thema Startbahnprozess, Westtangente und Innenstadtumbau (Sanierung will ich das nicht nennen) die notwendigen Projekte zur Renovierung und zum Neubau von Schulen etwas in den Hintergrund getreten sind.

Vielleicht irre ich mich ja nur. Vielleicht taucht das Schulthema einfach deshalb nicht in den Medien auf, weil dort alles nach Plan vor sich geht.

War da nicht was?

Die letzten Nachrichten sprachen doch davon, dass die anstehenden dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen und Bauvorhaben nun doch nicht alle auf einmal finanzierbar seien…

Und was tun die betroffenen Eltern? Ich sehe nirgendwo Protestzüge, Infostände aufgeregter Mütter und Väter, ja noch nicht mal „Freising-braucht-Schulen“-Buttons an den Jacken der SchülerInnen.

Entzündet sich derzeit der Bürger(un)wille vor allem an der Westtangente, die laut Freisinger Grünen für die Entlastung des Verkehrs in der Innenstadt ganz und gar nutzlos, dafür aber mit enormem Schaden für den Stadtteil Vötting verbunden ist, spielt die Bildung nur in Ausnahmefällen mal eine Rolle. So richtig und wichtig ich es finde, dass man den Vöttingern nicht eine erhöhte Abgasbelastung zumuten möchte, so falsch finde ich doch auch die Einseitigkeit der Diskussion. Dabei geht es hier um Freisings wichtigstes und höchstes Gut, die Zukunft unserer Kinder.

Diese scheint im Geplänkel der Freisinger Stadtratsparteien derzeit kein besonders großes Thema zu sein.

Vielleicht täusche ich mich ja in der Natur des Menschen: offensichtlich sind wir allesamt keine Multitasker und es ist unmöglich, neben dem Umweltschutz auch noch eine vernünftige Bildungspolitik zu betreiben. Sonst könnte man ja als nächsten Aufreger doch ruhig einmal auch ein Bürgerbegehren darüber anleiern, das die Zurückstellung des Innenstadtumbaus zugunsten der dringend notwendigen Bildungsbetriebe fordert. Oder, deutlicher gesagt: Was nützt uns denn eine offene Stadtmoosach (die obendrein vor gut hundert Jahren vielleicht nicht ohne Grund zugemacht wurde), wenn unser Nachwuchs sich in überfüllten, zerfallenden Schulen aneinanderdrängt?

Naja, bekanntlich gehen Gesellschaften ja am sorglosesten mit dem Rohstoff um, der ihnen im Überfluss zur Verfügung steht, und achtsam nur mit den knappen Ressourcen. Haben wir also gar zu viele Kinder in der „jüngsten Stadt“ Deutschlands und zu wenig Moosach?

Das mag ich aber auch nicht so recht glauben.

Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck, dass in unserer schönen Stadt die alarmierenden Nachrichten über den demographischen Wandel in Deutschland noch nicht so recht angekommen sind. Wenn wir diesen in Zukunft ausgleichen wollen, müssen wir mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (vor allem auch mit den finanziellen!) für die bestmögliche Ausbildung der wenigen zur Verfügung stehenden jungen Leute sorgen. Nur wenn wir zukunftsfähig bleiben, wird dieses Land auch noch in späteren Jahrzehnten gut dastehen.

Von hübschen Flaniermeilen am offenen Bächlein jedenfalls werden die Stadtkassen der Zukunft nicht voll werden.

Herzlichst, Ihr Abacus-Team/Dr. M. Fritz!

 

 

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