Freisings Wetter lädt zum Lernen ein…

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Warum nur jammern eigentlich alle dauernd übers Wetter? Zu kalt, zu nass, zu unfreundlich. Dabei gibt es doch kein besseres Wetter zum Lernen als dieses: Während die Hitze einen träge und wenig aufnahmefähig macht und die Schüler bei wolkenlosem Sommerhimmel immer nur aus dem Fenster starren und daran denken, dass sie jetzt lieber zum Baden gingen, brauchen sie bei den gegenwärtigen Temperaturen kein schlechtes Gewissen haben, dass ihnen durch die Lernerei etwas entgeht. Und da der Kreislauf gut funktioniert bei annähernden Minusgraden, ist man auch nicht zu schlapp.

Aber was tun alle? Jammern!

Gerade jetzt, wo es in Freising wie in ganz Bayern in den Endspurt geht vor dem Notenschluss, sollten die Eltern froh sein, dass der Nachwuchs jetzt viel weniger abgelenkt ist als in anderen Jahren. Gleichzeitig kann man missmutigen Klagen über Langeweile so schön begegnen mit Sprüchen wie: „Wenn dir langweilig ist, setz dich halt ein bisschen zum Lernen hin!“. Sie werden sehen wie schnell der unterbeschäftigte Nachwuchs Ruhe gibt!

Ohnehin scheinen viel zu wenige Schüler (aber auch deren Eltern!) verstanden zu haben, dass die Ferien zwar vorlesungsfreie Zeit sind, nicht aber lernfreie Zeit! Die Ferien sind eben nicht zum Faulenzen da, sondern dazu, entstandene Lücken aufzufüllen, Lerninhalte zu vertiefen, Stoff zu verinnerlichen. Das muss nicht heißen, dass die SchülerInenn den ganzen Tag lang nur dasitzen und lernen. Aber vormittags und nachmittags jeweils ein bis zwei Stunden wären schon nicht schlecht.

Seit Jahren erlebe ich es immer wieder: Das Angebot, den Unterricht in den Ferien fortzusetzen, wird ausgeschlagen, denn „schließlich muss das Kind sich ja erholen“. Nach den Ferien kommt man dann hin und kann mit dem Unterricht mehr oder weniger wieder von vorn anfangen. Fast alles, was man wochenlang gebüffelt hat, ist irgendwo im Limbo  verschwunden. Vor Jahren habe ich mal gelesen, dass zwei Wochen Nichtstun zum Verlust von etwa 10 Punkten beim IQ führen. Um diese wieder reinzuholen, braucht man dann etwa sechs Monate. Na Prost!

Verstehen Sie mich nicht falsch: Urlaub ist wichtig. Von Zeit zu Zeit braucht das Hirn durchaus etwas Ruhe und Entspannung, sonst kann es Lehrstoff nicht mehr behalten. Aber seien wir mal ehrlich: Wenn man alle zwei Monate für ganze zwei Wochen den Unterricht aussetzt, kann etwas nicht stimmen. Zumal dazwischen ja noch genug Wochenenden und freie Nachmittage sind.

Woher kommt dann die weit verbreitete Furcht vor kindlichem Burnout? Sollte am Ende da nicht doch was dran sein?

Meines Erachtens gibt es da zwei Hauptursachen: Zuerst mal ist es wirklich nicht gut fürs Gehirn, wenn man immer nur von Schulaufgabe zu Schulaufgabe und erst kurz vor dieser lernt. Das Gehirn ist dann in der Situation eines untrainierten Läufers, der auf einmal eine kurze Strecke in Rekordgeschwindigkeit zu laufen versucht: es gerät außer Puste oder bricht gar zusammen. Daran hat aber weniger die böse Schule Schuld, sondern eine falsche Lerntechnik.

Die zweite Ursache scheint mir die Überfrachtung des Alltags mit Hobbies und Aktivitäten zu sein. Da bleibt nun mal wenig Zeit zum entspannen.

Aber beide Probleme habe ich wiederholt bereits in anderen Blogbeiträgen behandelt,  daher werde ich jetzt hier nicht weiter darauf eingehen.

Wenn man die Ferien ebenso wie die übrige Zeit zum nachhaltigen lernen nutzt, sollte ein durchschnittlich intelligenter Schüler eigentlich durchaus in der Schule mitkommen. Daran hat auch G8 nichts geändert. Sicherlich kann jeder einmal ins Schleudern kommen. Aber dafür gibt es ja die Nachhilfe.

Also, carpe diem, nutze den Tag! Und auch einen verregneten Tag kann man nutzen!

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