Ganztagsschule ist auch kein Ersatz für Nachhilfe

Immer einmal wieder höre ich von Eltern, dass sie ihr Kind demnächst aus der Nachhilfe nehmen, da es ja nun in einer Ganztagsschule sei.

Da bin ich mittlerweile ganz gelassen. Erfahrungsgemäß kommen die nämlich nach einiger Zeit alle wieder.

Außer dass ich dann zuweilen noch mal ganz von Neuem anfangen kann – Man unterschätze nicht den Nachhaltigkeitseffekt, den längerfristige Betreuung mit sich bringt.

Allerdings wundere ich mich doch ein wenig über die Logik des Ganzen. Wenn ein Schüler im normalen Unterricht halbtags nicht mitkommt, wird sich dieses Problem bei Ganztagsunterricht doch wohl auch nicht ändern. Derselbe Lehrer, der vormittags daran scheitert, einer überfüllten Klasse sein Fach zu vermitteln, hat doch am Nachmittag nicht auf einmal mehr Glück damit.

Liebe Eltern, wenn Ihr Sprössling nach Monaten individueller Betreuung, in denen ihm der Nachhilfelehrer geduldig hilft, Wissenslücken zu schließen, Versäumtes nachzuholen oder gar Grundlagen für ein Wissensgebäude erst zu schaffen, endlich zu besseren oder gar richtig guten Resultaten kommt, dann ist das doch ein Zeichen für den Erfolg des Abacus-Konzeptes. In der Ganztagesschule dagegen läuft es ganz anders.

Und vielleicht gehört gerade Ihr Kind zu der Sorte übrigens meist sehr begabter und potentiell guter Schüler, die im Gruppenunterricht auf der Strecke bleiben, aber zu Höchstleistungen fähig sind, wenn man sie einzeln fördert ohne den sozialen Druck, der von Dynamiken innerhalb sozialer Interaktionen mit anderen Kindern oder Jugendlichen ausgeht. Dem verweigern sich nämlich in der Regel gerade auch die überdurchschnittlich Begabten, die im Einzelunterricht gerade deshalb aufblühen, weil sie dort einen auf ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Unterricht vorfinden. Auf der anderen Seite gibt es auch die Schüler, die aufgrund alterstypischer Unsicherheit den Vergleich scheuen und erst nach einigen Erfolgserlebnissen wieder Freude am Wettbewerb haben.

Wir bei Abacus glauben nun einmal daran, dass Kinder und Jugendliche Persönlichkeiten sind und von daher ihren eigenen Rhythmus des Lernens haben.

Und wir sind davon überzeugt, dass bei fundierter und geduldiger Betreuung jeder Schüler ein guter Schüler werden kann.

Mir ist bewusst, dass unsere Form der Betreuung sicher nicht ganz billig ist – aber Hand aufs Herz, wenn es um die Zukunft der Kinder geht, ist Sparsamkeit doch fehl am Platze!

Ob Ihr Kind geiz auch dann noch „geil“ finden wird, wenn der lang gehegte Studien- oder Berufswunsch am schlechten Zeugnis scheitert, wage ich zu bezweifeln.

Denn das Argument der Kosten wird fast immer erwähnt, wenn Eltern ihre Kinder von der Nachhilfe abmelden sobald die Schule eine Ganztagsbetreuung anbietet.

Um Missverständnissen vorzubeugen: die Ganztagsschule hat durchaus Argumente, die für sie sprechen. Aber sie kann individuelle Lernförderung nun mal nicht ersetzen. In Asien hat man damit schon seit langem Erfahrung; dort beginnt üblicherweise nach der Ganztagesschule die Nachhilfe. Chinesische und japanische Freunde von mir konnten überhaupt nicht verstehen, dass es Kinder gibt, die keinen Nachhilfeunterricht nehmen!

Vielleicht wird dieser kleine Artikel den ein oder anderen davon abhalten, seinem Kind vorschnell die Vorteile zu nehmen, die sie ihm durch die Entscheidung für einen Nachhilfelehrer geschaffen hatten.

Ich wünsche es den Schülern.

Herzlichst, Ihr Abacus Team!

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