Politikerin aus dem hohen Norden gegen Nachhilfe…

Es scheint, als gäbe es kaum etwas, was Eltern für deren Kinder wichtiger ist, als der schulische Erfolg. Verständlicherweise, wird hier ja der Grundstein für eine früchtetragende Zukunft gelegt. Im selben Atemzug muss man fast auch schon die Nachhilfe erwähnen, die seitens immer mehr Lernenden in Anspruch genommen wird bzw. werden muss. Zu jener äußerte sich nun Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende und fordert, dass diese weniger in Anspruch genommen werden sollte. Ein richtiger Einwand oder doch etwas realitätsfern? Im Folgenden sollen ihre Hauptkritikpunkte erörtert werden.

Einerseits sagt sie, die von Eltern organisierte Nachhilfe setze Kinder zu früh unter Leistungsdruck. Die Zusatzstunden, die die Lernenden zu verrichten haben, stellen allein schon zeitlich eine Einschränkung für sie dar. Schnell kann sich das Gefühl breit machen,  für die Schule zu leben und dass es nur noch um positive Ergebnisse in der nächsten Schulaufgabe geht. Doch sind nun mal SchülerInnen nicht in allen Fächern gleich stark. Da hilft auch ständiges Wiederholen nichts, wenn ein gewisses Grundverständnis nicht da ist. Wie anders, als durch professionelle Hilfe, kann dem entgegen gewirkt werden? Womöglich ist hier der Schlüssel zum Erfolg, dass die Eltern dies ihren Kindern richtig vermitteln. Oftmals geht wohl das Verständnis seitens Letzterer verloren, dass sie durch Nachhilfestunden ja profitieren sollen und nicht, dass es ein zusätzlicher Arbeitsaufwand ist. Die Frage, die sich hierbei direkt anfügt ist wohl, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich für Nachhilfe zu entscheiden. Doch auch hier haben die Eltern die Möglichkeit, sich zu informieren, um eine Überforderung des Kindes zu vermeiden. Am Besten scheint Nachhilfe dann zu sein, wenn sich die Lernenden selbst dafür aussprechen, so wie es Wende ja auch klar macht. Anstatt aber zu sehr den Sinn von Nachhilfe zu hinterfragen, ist vielleicht zunächst von Wichtigkeit, wann und wie sie in den Alltag eines Kindes integriert werden sollte.

Andererseits sieht die Bildungsministerin auch einen klaren Nachteil in den hohen Kosten, die Nachhilfe jährlich verursacht. Zwischen 111,00 € und 170,00 € geben Eltern allein in Bayern für ein Kind pro Jahr aus (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/76319/umfrage/ausgaben-je-schueler-fuer-nachhilfe-pro-jahr/). Das Resultat daraus sei, dass Kinder aus einkommensschwächeren Familien benachteiligt werden. Sicherlich spricht sie hier einen Punkt an, der eine gewisse Beachtung zugerechnet bekommen sollte. Auch wenn schlechter situierte Familien mit mehreren Kindern Nachhilfe als Option sehen, wären die Kosten wohl zu hoch, als dass dies tatsächlich realisierbar wäre. Das so häufig fallende Wort „Zweiklassengesellschaft“ scheint hier wieder Raum zu finden. Geht es heutzutage also wirklich nur noch darum, viel Geld für Bildung auszugeben, damit diese auch gut und nachhaltig ist? Zweifelsohne etwas, das nicht sein darf. Was hier allerdings ein wenig zu denken gibt, ist, ob damit Nachhilfe tatsächlich etwas ist, was nicht mehr wahrgenommen werden sollte. Die Ungleichheit liegt da doch auf einer anderen Ebene, nämlich in der wirtschaftlichen Situation der Eltern. Hier die etwas provokative Frage: „Nur weil sich mein Nachbar keinen Porsche leisten kann, heißt das, dass ich keinen haben darf?“

Eine Lösung sieht Wende in der Gemeinschaftsschule. Hierdurch sehe die Ministern die Möglichkeit, Schüler mit unterschiedlichen Leistungsstärken in unterschiedlichen Kursen individuell zu fördern. Diese bringe beste Chancen, die notwendige Nachhilfe bereits in der Schule zu leisten. Das hört sich sicherlich vielsversprechend an, ob das nun den gewünschten Effekt erzielt, bleibt allerdings eine andere Frage. Zu diesem Thema wird noch diese Woche ein Artikel auf unserer Blogseite zu finden sein.

Festzuhalten bleibt für den Moment allerdings: wenn Nachhilfebedarf vorhanden ist, warum sollte er dann nicht auch gedeckt werden?

http://www.news4teachers.de/2012/09/schleswig-holsteins-bildungsministerin-will-private-nachhilfe-eindammen/

Herzlichst, Ihr Abaus Team!

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