Schlechte Noten fürs deutsche Bildungssystem…

Pünktlich zum Schulbeginn in Bayern – dies jedoch wohl kaum beabsichtigt – hat die OECD einmal wieder ihren Bildungsbericht vorgelegt (LINK: http://www.focus.de/schule/schule/bildungspolitik/tid-27270/oecd-bildungbericht-nur-jeder-fuenfte-deutsche-schafft-den-sozialen-aufstieg_aid_817265.html ). Dabei kam heraus, dass Deutschland anscheinend zu lange beim Thema Bildung geschlafen hat. So bemängelt die OECD die mangelnde Bereitschaft zu Investitionen, die bei allen Beteiligten nur bei 5,3% des BIP gegenüber 6,2% im Durchschnitt der beteiligten Staaten liegt.

Nur 20% der Altersgruppe zwischen 25- bis 34-Jährigen erreichen ein höheres Bildungsniveau als ihre Eltern, 22% steigen bildungstechnisch gesehen sogar ab. Zieht man die Gesamtrechnung aus Verschlechterung des Bildungsniveaus, Verbesserung und Stagnation in Betracht, steht das Land im internationalen Vergleich recht schwach da.

Auf fatale Weise wirkt sich hier die relativ günstige Arbeitsmarktsituation aus: erfahrungsgemäß ändern Individuen wie Gesellschaften eingefahrene Gewohnheiten meist erst dann, wenn äußere Umstände dies zwingend erforderlich machen.

Dass das zur Sackgasse werden kann, zeigt die Krise in den südlichen Staaten der Eurozone. Schnell kann ein Land in eine Situation kommen, in der die Beschäftigungszahlen rückläufig sind und dann nur noch die Hochqualifizierten eine Stelle bekommen bzw. die Chance auf einen Neuanfang im Ausland. So geschehen im Fall von 15 000 portugiesischen Arbeitssuchenden, die sich auf einen Fernsehbericht hin Hoffnungen auf eine Anstellung in Deutschland machten und größtenteils abgewiesen wurden – zum Teil mit dramatischen Folgen für den einzelnen Jobsuchenden (LINK: http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/sprachkenntnis-mangelhaft-die-enttaeuschten-portugiesen-von-schwaebisch-hall_aid_791073.html ). Wer glaubt, dies könne deutschen Arbeitnehmern eines Tages nicht auch passieren, gibt sich angesichts der Globalisierung einer Illusion hin.

 

Man kann es nicht oft genug betonen: In Zukunft wird die Welt wohl zunehmend nur denjenigen wirklich offen stehen, die Bestnoten im Allgemein- und Fachwissen vorweisen können. Und gerade diese gründen auf dem Fundament einer soliden Schulbildung. Je fester dieses Fundament gebaut ist, desto effektiver wird der Schüler später im Studium die immer knapper werdende Zeit nutzen können. Nicht nur, um sein Wissen zu vertiefen, sondern auch, um die häufig beschworene Sozialkompetenz zu erwerben, die für ein Vorrücken in die höchsten Ränge des Berufslebens unabdingbare Voraussetzung ist. Leider ist diese Einsicht bei zu vielen Eltern noch nicht angekommen – nur so lassen sich die eingangs erwähnten Zahlen erklären. Denn ist die steigende Zahl absteigender Bildungsabschlüsse nicht in vielen Fällen ein Anzeichen für eine sinkende Bildungsbereitschaft? Und gerade die Liebe zur Bildung wird in erster Linie in der Familie vermittelt. Um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen – ein schlechter qualifizierter Schulabschluss weist nicht immer zwingend auf mangelnde Liebe zur Kultur hin. Und es gibt wahrscheinlich viele Fälle, in denen hinter der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte schulische Karriere gute Gründe stehen. Doch leider zeigt sich in der allgemeinen Auffassung von Erziehung immer häufiger ein Trend, angesichts von Widerständen allzu schnell die Flinte ins Korn zu werfen. Da kommt ein Schüler, der bislang als „pflegeleicht“ – weil bequem – galt, auf einmal in der Schule nicht mehr mit. Erfahrungsgemäß ist dies beim Großteil der so genannten „Überflieger“ der Fall, also der Schüler, die ohne große Lernanstrengungen lange Zeit mittelmäßige oder sogar gute Noten erzielt haben. Doch ohne Lernen geht der Schulstoff nicht ins Langzeitgedächtnis über, und irgendwann fehlt zwangsläufig das nötige Grundwissen; Zudem sorgen ausbleibende Erfolgserlebnisse für Widerwillen gegen die Schule. Anstatt nun das Versäumte nachzuholen, einigt man sich nun darauf, das Kind/der Jugendliche sei für den Schultyp „halt ungeeignet“ und „eher praktisch veranlagt“ und müsse auf einen anderen Bildungsweg wechseln. Den meisten dieser Schüler könnte – dies lehrt die Erfahrung – durchaus geholfen werden. Mit einiger Betreuung werden die Lücken gefüllt, das Erlernte ergibt wieder ein sinnvolles Ganzes, und mit den ersten guten Noten stellt sich auch die Freude an der Schule wieder ein.

Die Geschichte der Wissenschaften weiß durchaus von Fällen zu erzählen, wo anerkannte Genies als Schüler einmal als „Schulversager“ abgestempelt worden sind.

Wer weiß, wie viele gute Ideen ungedacht, wie viele gute Erfindungen und wie viele Entdeckungen nicht gemacht worden sind, weil die Eltern es beizeiten versäumt haben, Zeit, Mühe und leider auch Geld in die Bildung ihrer Kinder zu investieren.

Ist das nicht schade?

Herzlichst,
Ihr Einzelnachhilfe-Experte von ABACUS-Nachhilfe für die Landkreise Dingolfing-Landau, Freising, Landshut, Rottal-Inn und Straubing-Bogen

Jürgen Chitralla!

 

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