Thema Erziehung: Zweisprachige Erziehung ist gut für unsere Kinder

Dass sich durch eine bilinguale Erziehung die kognitiven Fertigkeiten Heranwachsender verbessern ist wohl allseits bekannt. In vielerlei Hinsicht profitieren diese davon und gehen mit einem entscheidenden Vorteil ins Leben: die Fähigkeit, leichter in einem gegebenen Land unterzukommen und sich an dessen Kultur anzupassen. Sprachen gewinnen in der heutigen, so vernetzten Welt ohnehin immer mehr an Bedeutung. Wissenschaftler haben nun in Luxemburg eine Studie aufgestellt, bei der sie eben jenes Phänomen untersucht und gerade bei Kindern aus einkommensschwachen Familien beobachtet haben.

Ein Leben in Armut prägt natürlich ungemein und wirkt sich auch auf die mentalen Fertigkeiten der Kinder aus. Die eingangs erwähnte Studie deckt hierbei auf, dass diejenigen, die zweisprachig aufwachsen, auch im Hinblick auf sprachfremde kognitive Fertigkeiten profitieren. 80 SchülerInnen aus den zweiten Klassen nahmen an der Untersuchung teil, wovon die eine Hälfte rein portugiesisch, die andere portugiesisch-luxemburgisch erzogen wurde.

Ein Ergebnis war, dass die Einsprachigen mehr Wortschatz parat hatten, um Gegenstände zu beschreiben. Diese Erkenntnis stützt wohl allgemeine Vermutungen: Ist die Aufnahmefähigkeit bei Kindern natürlich noch begrenzt, können sie auch neue Wissensinhalte nicht so schnell abspeichern, wenn zu viel davon auf sie einprasselt. Was womöglich auch ein Grund für das Fehlen mancher Begriffe ist, ist das Wechseln zwischen zwei Sprachen, was ihnen noch schwer fallen könnte. Im Normalfall wenden sie ja nur eine der beiden an, ein schnelles Umdenken wird nicht allzu oft von ihnen gefordert. Das bedeutet, dass sie vielleicht durchaus wissen, was ‚Birne’ auf Portugiesisch (‚pêra’) und auf luxemburgisch (‚Bir’) heißt, die Begriffe aber (noch) nicht so schnell abrufen können.

Darüber hinaus jedoch wurde festgestellt, dass die zweisprachig erzogenen Kinder bei der Kontrollaufgabe besser abschnitten. Hierbei waren sie angehalten, ihre Aufmerksamkeit unter Ablenkung zu lenken und zu fokussieren. Hier wiederum könnten sich die vielen Wissensinhalte in Form von zwei Sprachen als positiv erweisen, müssen die Kinder ja immer Neuerlerntes der jeweiligen Sprache zuordnen. Demnach erscheint es logisch, dass derartige kognitive Fähigkeiten besser ausgeprägt sind. Ein interessanter Nebenaspekt der Analyse ist die Auswahl der Sprachen, sind doch luxemburgisch und portugiesisch zwei unterschiedlichen Sprachfamilien (germanisch-romanisch) angehörend. Demnach sind auch die Unterschiede in der Lexik größer, was eine weitere Herausforderung darstellen könnte.

„Kinder aus einkommensschwachen Familien sind eine besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe“, so die Leiterin der Studie. Derartige Untersuchungen könnten dazu beitragen, besser zu verstehen, wie sich Kinder entwickeln. Ziel sei es demnach, die Leistungsunterschiede zwischen Kindern mit unterschiedlichem sozioökonomischem Hintergrund zu verringern. Hierbei könnten derartige Analysen in der Tat Abhilfe schaffen.

Woher die angesprochenen Leistungsunterschiede im Endeffekt auch rühren mögen, es ist ein richtiger Schritt, auch Kinder weniger betuchter Eltern nicht aus dem Blick zu verlieren. Unterm Strich lässt sich wohl festhalten, dass jeder dankbar dafür sein kann, bilingual erzogen worden zu sein. Mal ehrlich, welche konkreten Nachteile hat man denn eigentlich davon?

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Herzlichst,
Ihr Einzelnachhilfe-Experte von ABACUS-Nachhilfe für die Landkreise Dingolfing-Landau, Freising, Landshut, Rottal-Inn und Straubing-Bogen

Jürgen Chitralla!

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