Tipps zum Lateinlernen II ..

633586_web_R_by_Ich-und-Du_pixelio.de

Quelle: Ich-und-Du / pixelio.de

 

Nachdem ich im ersten Teil der Miniserie die Gründe dargelegt habe, aus denen Latein meist nicht der Favorit unter den Schulfächern ist, will ich jetzt ein paar Tipps geben. Schließlich mag man das Fach hassen oder lieben, aber in jedem Fall muss man gut genug abschließen, da man darin durchfallen kann.

Wie auch schon in meinen generellen Lerntipps gilt auch hier, und vermutlich hier soogar mehr als in allen anderen Fächern: LAUT lernen! Und wie dort, möchte ich Ihnen sogleich den Zahn ziehen, Ihr Kind könne auch leise lernen. Ich bin zugegebenermaßen kein Hirnforscher, aber vereinfacht darstellen kann ich das Problem wie folgt: Wenn Ihr Spross seinen Hobbies frönt oder sich wie auch immer amüsiert, ist er sicherlich in der Regel recht laut. Spaß und Interesse haben zwangsläufig größere Lautstärke zur Folge. Nun ist Latein, wie bemerkt, in den Augen der meisten Kinder und Jugendlichen KEIN Spaß. Was zur Folge hat, dass sie nichts davon im Kopf behalten können. Wie auch? Der menschliche Geist ist gewohnt, Informationen nach Wichtigkeit zu sortieren, und das heißt: Nach dem Spaßfaktor oder dem Interesse. Alles andere wird herausgefiltert. Damit kann der Schüler aber nichts lernen, hat ständig neue Misserfolge, und irgendwann setzt sich die fatale und überdies ungerechtfertigte Ansicht durch: „Da hab ich halt kein Talent, das kann ich eh nicht!“. Diesen verhängnisvollen Kreislauf gilt es also zu durchbrechen. Lernt der Nachwuchs also laut, gaukelt er sich vor, das Erlernte sei von Interesse. Daher behält das Gehirn die Information.

Nun kommt Stufe zwei: Das Erlernte vom Kurzzeit ins Langzeitgedächtnis zu überführen. Ich hatte ja schon mehrmals in vorausgegangenen Beiträgen angemerkt, dass die verhängnisvolle Lernmethode diejenige ist, bei der von Schulaufgabe zu Schulaufgabe gelernt wird. Nein, das Wissen muss kontinuierlich erworben und durch ständige Wiederholungen im Langzeitgedächtnis verankert werden. Grundsätzlich gilt also: Eine Woche lang wird der neueste Wortschatz mit Grammatik gelernt, außerdem Wortschatz und Grammatik der Vorwoche und das Kapitel vom letzten oder vorletzten Monat. Meinetwegen auch ein Kapitel aus einem Lehrbuch vergangener Jahrgangsstufen. Eine Woche lang, wohlgemerkt.

Nun ist die ganze Lernerei gut und schön, aber wertlos, solange nicht abgefragt wird. Das heißt, nachdem der Schüler mindestens eine Stunde lang gelernt und wiederholt hat, und NACHDEM er sich selbst ohne Fehler zu machen abgefragt hat, sollten Sie das noch mal kontrollieren. Dann hat Ihr Kind auch Erfolgserlebnisse, was ihm hilft, eventuelle – eingebildete! – Blockaden abzubauen. Lassen Sie sich übrigens auf nichts ein – wenn Ihr Sprössling mit ungenügenden Resultaten ankommt, scheuen Sie sich nicht, ihn noch mal eine halbe Stunde zum Lernen zu schicken. Freunde stehen vor der Tür? Schicken Sie sie heim. Alle anderen treffen sich jetzt im Chat / im sozialen Netzwerk / zum Fußball? Tja, Pech gehabt, dann halt beim nächsten Mal besser lernen. Lässt Ihr Chef Sie zum Fußballspiel nach Hause, wenn Sie bei der Arbeit geschlampt haben und nachbessern müssen? Was würden Sie von einem Handwerker halten, der bei der Reparatur Ihres Wasserhahns gepfuscht hat, sodass es jetzt von der Decke tropft, aber nun unbedingt nach Hause muss, weil er seine Kumpels treffen will? Eben.

Ich bin sicher: Es wird am Anfang eine harte Zeit geben. Es wird um alles Grundsatzdiskussionen geben. Es wird Tränen geben, Beschimpfungen und Drohungen. Wenn Sie konsequent bleiben, wird es sich ans Lernen gewöhnen und bald ganz von allein laut und mit guten Ergebnissen lernen.

Latein ist KEINE Frage des Talents. Es ist eine Frage des Fleißes und der richtigen Techniken beim Lernen und Übersetzen.

Im nächsten Teil verrate ich Ihnen dann, was sich ihr Kind sich fürs erfolgreiche Übersetzen aneignen muss.

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *