Tipps zum Lernen Teil 2: Das Maß der Eigenständigkeit

Nachdem ich im letzten Teil bereits mit dem Thema „Eigenständigkeit beim Lernen“ angefangen habe, möchte ich es heute vertiefen.

Im letzten Teil dieses Blogs wurde bereits auf die Wichtigkeit eigenständigen Lernens sowie auf die altersbedingten Grenzen hingewiesen. Ebenfalls gab es erste Hinweise darauf, was unter dieser Eigenständigkeit eigentlich zu verstehen sei.

Kommen wir nun also zum Maß: Denn im Zeitalter von Internet und co kann man sich ganz gut stundenlang im Internet spielen, ohne zu Potte zu kommen.

Hätten Sie´s gedacht?

Wenn Sie nun durch reinen Zufall beim Surfen auf diese Seite geraten sind, weil Sie vor etwa acht Stunden irgendwo den Suchbegriff „Das klassische indische Drama: Von Kalidasa bis zum Kathakali-Theater“ entdeckt haben, besteht die reelle Chance, dass Sie in dieser Hinsicht wohl etwas ratlos sein könnten.

Wie sollen Sie da Ihrem Nachwuchs beibringen, zielgerichtet und effektiv zu arbeiten?

Denn zum eigenständigen Arbeiten gehört nun einmal zuerst einmal, beim Thema zu bleiben.

Ojeh, werden Sie jetzt vielleicht denken, wo hatte ich doch noch gleich die um 90 % heruntergesetzte Cochgarnitur gefunden? Oder war es doch eigentlich die Blumenvase für Tante Soundso?

Gar nicht so leicht, was?

Wenn wir Erwachsenen aber uns selbst schon ab und an im Internet zwingen müssen, bei der Sache zu bleiben, müssen wir bei unseren noch unerfahrenen und ungeschulten Nachkommen erst recht Hilfestellung geben. Sagte ich unerfahren und ungeschult? Jetzt werden Sie sicherlich denken: „Hah, der hat ja keine Ahnung, dieser trübsinnige kleine Nachhilfenerd! Wo doch jeder weiß, dass die Jugend viel besser mit dem Internet umgehen kann als wir!“…

Dumm nur, dass das nur mit Einschränkungen stimmt: Denn so fix die jungen Damen und Herren auch sein mögen beim Auffinden von Sonderangeboten, illegalen Downloadbörsen und Society-Gossip, so fehlt ihnen eben noch die Schulung, wichtig und unwichtig voneinander zu unterscheiden. Gerade was die Ablenkbarkeit angeht, ist das buchstäblich unendliche virtuelle Universum leider viel gefährlicher für die Herausbildung einer solchen Fähigkeit als es die gute alte analoge Bibliothek war.

Hier sollten Sie also wirklich bereit sein, eine lange Zeit präsent zu sein. Wie wir wissen, sind Sie damit heutzutage nicht der Einzige, der Kontrolle im Internet der grenzenlosen Freiheit vorzieht. Die staatlichen Institutionen machen´s vor.

Sie sollten darauf achten, dass jegliche Art von sozialem Netzwerk, instant Messaging etc für die Dauer der schulischen Vorbereitung aus bleibt. So reif Ihr(e) Sechzehnjährige(r) auch sein mag – spätestens wenn die beste Freundin / der beste Freund sich mit News über die Party am kommenden Wochenende oder der Frage der Freizeitgestaltung am Abend meldet, gerät das anstehende Referat über Shakespeare´s Dramen ins Hintertreffen und wird schlussendlich ganz vergessen. Nun können Sie ja nicht dauernd daneben sitzen – gerade bei älteren SchülerInnen kann das schnell zu Konflikten ausarten. Aber Sie können sich ohne weiteres regelmäßig die Resultate der Arbeit Ihres Nachwuchses zeigen lassen. Schließlich zahlen Sie ja auch für seinen Lebensunterhalt – warum nicht auch im Gegenzug was dafür einfordern? Allerdings gebe ich zu, dass auch das zuweilen zu heftigen Grundsatzdiskussionen führen kann.

Tja, aber wofür gibt es schließlich Nachhilfelehrer, nicht wahr?

Herzlichst, Ihr Abacus-Tam, Dr. M. Fritz!

 

 

 

 

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