Thema Erziehung: Wie man Kinder bewegt…..

“Kommst Du mit zum Einkaufen”, fragt die Kindergärtnerin? Markus, 5 Jahre, ist begeistert!

“Oh ja, gerne”, ruft er laut. Auf dem Weg nach draußen, sucht Markus das Auto der Betreuerin. “Mit welchem Auto fahren wir”, fragt er. “Wir gehen zu Fuß”, sagt die Erzieherin. Markus ist sichtlich irritiert. Laufen? Für Markus ist das Laufen eine nicht übliche Art der Fortbewegung. Seine Mutter fährt ihn schon seit er Baby ist mit dem Auto von Termin zu Termin, von der Spielgruppe zur nächsten Einladung. Man spricht von “Verinselung”, wenn Kinder überall hin chauffiert werden. Von der Insel Spielgruppe zur Insel Turnen oder zum Erlebnisschwimmen.  Wenn man auf dem Land lebt, ist das natürlich oft nicht anders zu machen. Nur was lernen unsere Kinder?

 

 

Natürlich ist es für die gestresste Mutter oft kaum anders zu schaffen, als schnell mit dem Auto zum Arzt, der 800 m weiter seine Praxis hat. Wenn wir mit den Kindern zu Fuß an jedem Baum stehen bleiben müssen, weil wieder etwas tolles entdeckt wurde, dann dauert der kurze Weg eine gefühlte Ewigkeit. Zu Fuß gehen nimmt für viele Eltern zu viel Zeit in Anspruch, mit dem Fahrrad ist es anstrengend und witterungsabhängig.

Dadurch nehmen wir den Kindern die Möglichkeit, sich im Alltag mehr zu bewegen und so von einer anderen Perspektive  die Welt zu begreifen. Den Spass einer Schneeballschlacht oder durch die Pfützen hüpfen, brauchen Kinder für eine gute Entwicklung.

Auch wenn es vielleicht anstrengend ist, bringen Sie Ihr Kind doch mal mit dem Fahrrad oder einem Schlitten zum Kindergarten, Arzt oder Spielkameraden. Auch der Fernsehabend mit Chips und “Spezi” könnte durch eine Nachtwanderung sinnvoll ersetzt werden. Kinder brauchen diese besonderen Erfahrungen mit ihren Eltern. Ein Spaziergang durch die winterliche Landschaft gibt auch Chancen für intensive Gespräche. Aktivitäten wie Fernsehen und PC-Spiele gilt es einzuschränken.

“Die modernen Medien verblöden unsere Kinder”, sagen führende Forscher. Das sollte uns zu denken geben. Bei der Wahl der Geschenke zu Geburtstag und Weihnachten sollten Eltern und Großeltern über die Freizeitgestaltung der Kinder nachdenken. Welche Freizeitaktivität möchten wir gezielt fördern? Kinder wünschen sich manchmal Geschenke, die nicht zielführend sind.

Kinderwünsche werden, nicht selten, durch die Werbung und das “auch haben wollen” motiviert. Natürlich gehen wir das Risiko von Widerständen ein. Aber Eltern und Großeltern haben in der Erziehung eine besondere Rolle: Sie sind die “Fluglotsen” im Leben und der Entwicklung ihrer Kinder und Enkel. Sie entscheiden mit, ob das Leben gelingt. Niemand anderes kann uns Eltern diese wichtige Rolle abnehmen.

Vermeiden wir in der Erziehung die oft unangenehmen Auseindersetzungen, bekommen wir, nicht selten, die Quittung in der Pubertät. Warum? Wenn sich die Kinder nicht an den Grenzen der Eltern “reiben” konnten, müssen sie es in der Pubertät durch extremes Äußeres oder Verhalten, wie extreme Partys, Alkohol, Nikotin oder Drogen,  nachholen.

Bei allen Anstrengungen in der Begleitung unserer “Kleinen” und “Großen”, brauchen wir ein gutes Maß an Gleichgewicht zwischen Aktivität und Entspannung. Gerade die “staade” Zeit lädt uns ein, das Thema Entspannung am warmen Ofen zu erleben. Wie wäre es denn mit einem Vorleseabend in eine weiche Decke gekuschelt, einem gemeinsamen Spiel mit schöner Hintergrundmusik oder einem Erzählabend, wo die Eltern aus ihrer Kindheit berichten?

Das Allerwichtigste ist, dass wir unseren Kindern Wertschätzung geben, Zeit für sie haben, eigene Erfahrungen zulassen und ein gutes Vorbild sind.

 

Ein Kommentar

  1. [...] Schüler. Aus der Sicht der Kinder und Jugendlichen machen wir als Eltern auch so manches falsch: Verbot von PC-Spielen, Fernsehverbot oder das Beharren auf Regeln. Gerecht ist unsere Erziehung vielleicht auch nicht [...]

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