Landkreis Freising – Geldnot!

Die Kommunen im Landkreis Freising stehen wirtschaftlich derzeit so gut da wie noch nie. Dies verkündete Michael Schwaiger bei seinem Jahresabschlussgespräch als Landrat (zu entnehmen einem Beitrag in der Online-Ausgabe des Münchner Merkur http://www.merkur-online.de/lokales/freising/freising/landkreis-braucht-dringend-geld-3274812.html).

Eigentlich eine gute Nachricht.

Naja, wir würden nicht in Freising leben, wenn da nicht noch ein Wermutstropfen nachkäme.

Denn die daraus resultierende Kreisumlage, so Schwaiger, benötige der Landkreis dringend für die vielen Projekte, die in Kürze anstehen.

Lobenswert ist, dass so viele Schulprojekte dabei sind. Die Realschule in Freising, die Neuordnung des Schulzentrums an der Wippenhauser Strasse, die Realschulen in Au und die künftige Berufsschule für Metzger und Bäcker.

Nicht zu vergessen, auch das Domgymnasium ist kürzlich renoviert worden.

Und eigentlich könnte man wirklich stolz sein darauf, dass der Landkreis Freising einen so großen Teil seiner Investitionen auf das Bildungs- und Ausbildungswesen verwendet.

Ich zumindest bin es. Der Landkreis, der zu der uralten Schul- und Universitätsstadt Freising gehört, hält seine ehrenwerten Traditionen hoch und lässt sich die Bildung seiner Jugend einiges kosten. In Grund und Boden schämen würde ich mich dagegen, wenn unser Kreis, wie so manch anderer, lieber protzige Bauprojekte betriebe, die eher dem Ruhm irgendwelcher Lokalhonoratioren dienen als der Nachhaltigkeit der Ressource Jugend.

Daher bin ich doch ein wenig befremdet und traurig darüber, dass Landrat Schwaiger bei der Gelegenheit nochmals Kritik übte an zwei Projekten, die – seiner Meinung nach – überflüssig sind. An dieser Stelle nannte der Landrat die geplante Realschule in Au sowie die geplante Ausbildung von Bäckern und Metzgern an der neuen Berufsschule.

Immer und immer wieder das alte leidige Thema Realschule Au. Es ist lange genug diskutiert worden, und nun liegt die Entscheidung bei den zuständigen Stellen in München. Es besteht absolut kein Grund, nach Art eines „ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ jedes Mal wieder einen Standpunkt zu bekräftigen, der Herrn Schwaiger von Seiten der im Norden wohnenden Landkreisbürger übrigens ziemlich übel genommen werden könnte: Jemand, der in der betroffenen Gegend wohnt, wird das Schulprojekt nämlich mit Sicherheit durchaus nicht als überflüssig betrachten.

Es ist immer leicht, etwas als nicht notwendig zu bezeichnen, wenn es andere betrifft. Ein Landrat des gesamten Kreises Freising sollte so etwas meiner Meinung nach aber nicht tun.

Und noch weniger sollte er einen einmal gefassten Beschluss der Gemeinschaft im Nachhinein wieder in Frage stellen, nur weil er vielleicht gegen seinen Willen gefasst wurde. Als Landrat aller im Landkreis Freising gelegenen Gemeinden muss er hinter dem Projekt stehen. Alles andere ist Sabotage.

Carthago wird nicht zerstört, basta, und ich hoffe, dass die zuständigen Stellen in München das ebenso sehen werden!

In Au braucht es eine Realschule, und vor allem die Kinder und Eltern im Norden des Landkreises brauchen sie.

Herzliche Grüße, das Abacus – Team, Dr. M. Fritz!

 

 

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *