Berufswünsche der Kinder ernst nehmen…

 

„Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann.“ Wer kennt dieses Zitat nicht? Kinder haben oft eine lebendige Vorstellung davon, wie ihr späteres Leben einmal aussehen soll. Je nachdem in welchem Bereich ihre Interessen liegen, tendieren sie in unterschiedliche Richtungen. Manchmal verbeißen sie sich aber auch auf eine fixe Idee, die sie ihre Kindheit durch begleitet. Als Eltern spielt man hier eine wichtige Rolle. Wie man auf die Berufswünsche der Kinder auch schon im jungen Alter reagieren kann, soll im Folgenden etwas erörtert werden.

Zunächst einmal sei darauf hingewiesen, dass sich Zukunftspläne schnell wandeln können. Es wird davon ausgegangen, dass dies gerade bis zur Pubertät der Fall ist. Erst nachdem Kinder ein gewisses Alter erreicht haben, werden Pläne konkreter. Mitunter spielt natürlich die wachsende Erfahrung eine entscheidende Rolle, sie können Vor- und Nachteile besser abwägen. Auch ihre Begabungen und Stärken kristallisieren sich immer klarer heraus. Dennoch sollte man als Elternteil auf der Hut vor voreiligen Schritten sein:

Ab einem gewissen Alter spielen Jugendliche nicht selten mit dem Gedanken, deren Schulkarriere so schnell wie möglich zu beenden, um beispielsweise eine Ausbildung zu beginnen. Die bringt Unabhängigkeit und Selbstständigkeit – ein Sprungbrett in ein freies Leben? Doch sehen diese dabei nicht, dass dies womöglich gar nicht der beste Weg für sie ist. Klar denken sie, ein Realschulabschluss sei ohnehin ausreichend. Wenn allerdings die Voraussetzungen gegeben sind, einen noch höheren Schulabschluss zu erlangen, warum nicht noch 2-3 Jahre dranhängen? Das ist tendenziell das Begehren der Eltern – und das zu Recht. Denn einmal aus der Schule heraus, fällt der Weg dahin zurück doch schwerer, wobei beispielsweise die Berufsoberschule nach der Ausbildung immer eine Alternative ist. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass sie aus diesem Schul- und Lernrythmus etwas heraus sind, könnte die Angelegenheit dann unnütz erschweren.

Doch wie geht man solche Diskussionen richtig an? Wichtig ist zunächst einmal, wirklich auf den Standpunkt des Kindes, bzw. des Jugendlichen, einzugehen und diesen ernst zu nehmen. Es sollte nicht versucht werden, zu überreden, sondern die eigenen Ansichten nachvollziehbar darzustellen, sodass sie eine valide Grundlage für Vergleiche bieten. „Je weniger Mütter und Väter ihre Kinder (bei solchen Unterhaltungen) überreden wollen, umso überzeugender wirken ihre Gründe“ .

Wie auch immer sich ein Kind entwickelt, wichtig ist, dass Eltern einerseits die Zukunftsvorstellungen wahr- und auch ernst nehmen. Andererseits sollten sie nicht versuchen, diese zu sehr zu beeinflussen. Das merken deren Sprösslinge nämlich früher oder später und eine komplette Blockreaktion könnte sich einstellen. Selbstredend ist es schwierig, das richtige Maß zu finden, will man die Heranwachsenden ja schließlich vor voreiligen Entscheidungen bewahren. Deshalb ist es, wie angesprochen, immer gut, so sachlich wie möglich zu bleiben und die eigenen Vorstellungen mit denen der Kinder neutral-kontrastiv anzugehen. Weiterhin gibt es ja immer noch die Möglichkeit, sich Dritte heranzuholen, die aufgrund eigener Erfahrungen Alternativen bieten können.

Mit Fingerspitzengefühl und dem richtigen ’Ton’ lässt sich viel erreichen – und wer weiß, vielleicht überzeugt am Ende das Kind sogar die Eltern und nicht umgekehrt?

 

Herzlichst, Ihr Jürgen Chitralla!

 

Hier können Sie noch mehr zu diesem Thema lesen:

http://www.giessener-anzeiger.de/ratgeber/frauen_familie_senioren/erziehung/12212280.htm

 

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