Die Dickmacher der Teens …

Anna, 14 Jahre,kommt von der Schule nach Hause. Ihr Schultag war richtig anstrengend. Das G8, mit seinem Nachmittagsunterricht, schafft die Vierzehnjährige arg. Ja, da war dann auch noch der Stress mit der Freundin in der Turnhalle. Die hatte an ihrem Äusseren herum kritisiert. “Du bist ja richtig fett geworden”, sagte die so im Vorbeigehen. Das hinterlässt Spuren! Der Konflikt mit der Deutschlehrerin war auch ganz schön heftig. Die wollte Anna doch glatt für den Aufsatz eine 5 geben. Nur weil da ein paar “winzige” Leichtsinnsfehler waren. Die 5 kann sie überhaupt nicht gebrauchen, denn eine zweite schlechte Note und im Februar gibt es einen Brief an die Eltern. Heute waren es mal wieder lauter schlechte Gefühle, die Anna mit nach Hause bringt. Da läuft auch noch ihr kleiner Bruder Jonas die Treppe herunter. Schaut sie von oben bis unten an, sagt aber nichts.

Anna kann sich schon denken, was der kleine, schlanke Bruder sagen wollte. Ja, schlank war sie auch mal, vor 2-3 Jahren. Aber in diesem Moment überkommt sie schon wieder so eine Hungerattacke. Gut, dass der Kühlschrank gut gefüllt ist. Jetzt ein kühles Spezi und dann die leckeren Milchschnitten, sollen ja so gesund sein. Nachdem sie die süßen Sachen verdrückt hat, fühlt sie sich schon viel besser. Ihre schlechte Laune ist plötzlich verflogen und was da an Konflikten so auf ihre Seele drückte, ist auch nicht mehr so schlimm.

So, oder so ähnlich geht es so manchem Teenager mit Übergewicht. Essen entwickelt sich zum Seelentröster. Dazu kommt noch der Bewegungsmangel. Viele Sportstunden fallen  wichtigen Intensivierungsstunden in den Hauptfächern zum Opfer. Am Abend gibt es dann neben den Softdrinks ( Cola & Co.) noch die schönen salzigen Chips zur Fernsehsendung, Facebooksitzung oder Videokonsole.

Unser Gehirn lernt immer! Leider auch Verhalten, das uns nicht gut tut. Anna findet den Anblick im Spiegel auch nicht gerade prickelnd. Im Vergleich zu den super tollen Modells aus den Fernsehsendungen,  kommt sie  nicht so gut weg. Aber in ihr hat sich etwas eingebrannt: Ich habe schlechte Gefühle wenn ich nicht esse. Gute Gefühle habe ich, wenn ich die leckeren süßen Sachen esse oder trinke. Egal, was sie von ihrer Mutter zum Thema Essen hört, egal wie sie selber dazu denkt, sie möchte die  guten Gefühle wieder haben. Das Belohnungssystem in ihrem Kopf wurde ja seit Jahren so konditioniert.

Nicht immer muss Gewicht reduziert werden. Manchmal reicht es ja auch schon, wenn das Gewicht gehalten wird. Wenn die Teenager dann in die Länge schießen, wächst sich so manches “Röllchen” wieder aus. Aber das Wichtigste ist die Veränderung des Belohnungssystems. Nach dem Frust darf keine Nahrungsaufnahme folgen! Alternativen, die gute Gefühle machen, müssen an diese Stelle treten: Bewegung, Kontakte, Freundschaften, etc..

Wichtig für die Eltern:

  • Kaufen Sie Vollkornbrot statt Weißbrot
  • Wählen Sie fettarme Produkte bei Käse und Quark
  • Bei warmen Mahlzeiten nehmen Sie mehr Gemüse und weniger Fleisch
  • Wurst und Käsescheiben werden dünner geschnitten
  • Das Schulbrot bekommt nur wenig Butter
  • Obst und Gemüse sollte immer zur Stelle sein
  • Apfelschorle und Co. haben einen hohen Fruchtzuckergehalt. Sie werden nach Möglichkeit durch Mineralwasser ersetzt. Keine Softgetränke!
  • Ein totales Naschverbot erhöht den Heißhunger. Ein Überangebot verführt.
  • Kaufen Sie nur noch wenig Süssigkeiten und Knabberkram, bzw. binden Sie den Verzehr an bestimmte Zeiten.
  • Ist die jahrelang praktizierte Sportart aufgegeben worden, fragen Sie nach den Gründen und suchen Sie gemeinsam nach Alternativen
  • Unser Tipp: Wenn Sie nicht weiter kommen, gehen Sie rechtszeitig zum Arzt oder fragen Sie doch mal bei Ihrer Krankenkasse nach Hilfe!

    Quelle: family

    Ein Kommentar

    1. [...] Gradwanderung auf der sich Eltern da befinden und man hat das Gefühl, es kaum richtig machen zu können. Doch ist es nie schlecht, sich als Elternteil mit den [...]

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