Seminar Nachlese – Bei uns doch nicht… Wirklich nicht? 8.10.2013

491130_web_R_K_by_Thorben Wengert_pixelio.deTegernbach

Das Seminar zum Thema “Prävention sexueller Gewalt” fand gestern Abend im Pfarrheim Tegernbach statt. Die Referentin, Maike Telkamp, klärte die Teilnehmer über Mythen zu diesem Thema auf: In den meisten Fällen sind die Täter im Bekannten und Freundeskreis, bzw. in der Familie zu finden und nicht die “gefährlichen” Fremden, die Kinder an der Straße ins Auto zerren, machen nur einen ganz kleinen Teil aus. So gilt es in erster Linie Kinder immer ernst zu nehmen, sie sprachfähig zu machen und gerade im Umgang mit Erwachsenen das NEIN sagen zu üben. Die Referentin zeigte auch die emotionalen Hürden auf, die Eltern zu nehmen haben: Auch wenn es Konflikte innerhalb der Verwandtschaft geben könnte, sind die Vorbehalte der Kinder unbedingt zu respektieren. Es ginge jedoch nicht alleine um sexuelle Gewalt, betonte die Referentin. Gewalt hat verschiedene Facetten, so wiegt die körperliche Gewalt ebenso schwer, wie der verbale Übergriff. Übrig bleiben verletzte Kinderseelen!

Es wird heute angenommen, dass jede 3. – 4. Frau und jeder 7.-10. Mann in der Kindheit sexuelle Gewalt erlebt haben. Etwa zwei Drittel der Opfer sind Mädchen, ein Drittel sind Jungen. Am häufigsten sind Mädchen und Jungen im Alter von 7-12 Jahren betroffen, am zweit häufigsten sind es 0-5 Jährige, dann 12-16 jährige Mädchen. Etwa die Hälfte dieser Kinder und Jugendlichen erleben dies nur einmal in ihrem Leben, andere müssen sexuelle Gewalt wiederholt erdulden. Dies ist vor allem gegeben, wenn der Täter den Opfern sehr nahe steht. Bei den Tätern sind ist 80% – 90 % Männer, 80% bis 90% der Täter sind Väter, Geschwister, Onkel, Tanten, Großeltern und JugendleiterInnen, sowie -TrainerInnen. Ein Drittel der Täter ist unter 21 Jahre. Oft haben Täter mehre Opfer, manche bis zu 100.

Was sind Formen sexueller Gewalt?

  • ohne Körperkontakt (Pornos, Exibitionismus, Voyeurismus)
  • Mit geringem Körperkontakt Berührungen der Genitalien
  • Mit intensivem Körperkontakt
  • Außerdem: sexuelle Belästigung

Eine wichtige Frage der Teilnehmer: Wie kann ich die Kinder schützen?

“Starke Kinder” werden weniger häufig Opfer, als solche, die sich lieber anpassen und es “allen Recht” zu machen. Darum gilt es, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken, ein eigenes Verhältnis zu Nähe und Distanz erlauben, Gefühle ernst nehmen, eine altersentsprechende Aufklärung, auf Signale der Kinder achten, Kindern Glauben schenken.

Herzlichst, Ihr ABACUS-Team, Jürgen Chitralla!

 

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