Cybermobbing – ein ernstzunehmendes Problem …

Nicht nur ein Mal haben wir uns mit dem Thema Cybermobbing auseinandergesetzt. Jetzt ist ein neuer Artikel dazu auf focus.de erschienen, der erschreckende Folgen dieser Niederträchtigkeiten illustriert. Diese sind schockierend, denn heute kommt es durchaus vor, dass sich Jugendliche deswegen das Leben nehmen. Wie konnten wir nur so weit kommen?

 

‚Kinder sind grausam’ – wer hat diesen Satz nicht schon einmal gehört? Und tatsächlich ist es so, dass Heranwachsende oftmals gar nicht über ihr Handeln reflektieren und die Tragweite auch nicht abschätzen können. So ist ihnen nicht bewusst, dass sie nicht selten grausam vorgehen. Auch Jugendliche sind hier nicht auszunehmen und gerade durch das Internet werden Mobbing ganz neue Dimensionen eingeräumt. Nun kann man auf Wunsch anonym bleiben und oftmals genügt ein kleiner Impuls, damit eine ganz Lawine denunzierender Nachrichten und Posts auf einen Ahnungslosen einprasseln.

Laut focus.de zeigte eine repräsentative Umfrage, dass jeder fünfte Schüler in Deutschland mit Cybermobbing in Kontakt gekommen ist, bei jedem sechsten kam es zum Missbrauch der Online-Identität. Das schlimme daran ist, dass man dem auch nicht entfliehen kann. Finden Streitigkeiten auf dem Schulhof in einem vergleichsweise kleinen Rahmen statt, sind den ewigen Weiten des Internets keine Grenzen gesetzt: jeder kann theoretisch davon mitbekommen. Demnach sehen Experten auch, dass Betroffene mehr leiden als durch Schikanen in der Schule. Da helfe eben auch kein Schulwechsel mehr: „Was einmal im Netz ist, verschwindet nicht so schnell.“

Erschreckend also, dass junge Menschen bereits den einzigen Ausweg im Suizid suchen. Zwar blieben diese Fälle in Deutschland eher die Ausnahme, dass so etwas überhaupt möglich ist, sollte aber doch zum Nachdenken anregen.

 

 

Oftmals hätten Betroffene Angst, sich ihren Eltern zu öffnen, da sie Angst vor Internet-Verbot haben könnten und ein gewisses Schamgefühl spielt auch mit hinein. Natürlich werden Menschen da in ihrer Privatsphäre angegriffen, ohne sich dagegen wehren zu können. Wichtig ist es allerdings dennoch, das Thema zur Sprache zu bringen. Sollten sich SchülerInnen damit konfrontiert sehen, sollten Vertrauenspersonen zu Rate gezogen werden. Nur gemeinsam kann vernünftig gegen Cybermobbing vorgegangen werden. Präventive Maßnahmen und Aufklärungsveranstaltungen sollten in Schulen angeboten werden, sodass ein jeder einmal sieht, was durch unvorsichtiges und unreflektiertes Verhalten passieren kann – ähnlich wie in der Verkehrserziehung. Das Internet, und somit auch soziale Netzwerke, haben sich mittlerweile derart in unserem Alltag etabliert, dass immer wieder auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden sollte. Je früher, desto besser, werden ja auch die NutzerInnen immer jünger.

Frei nach dem Motto: „Wer streiten kann, bleibt friedlich“. Natürlich spielt hier auch einmal mehr die Erziehung eine Rolle. Eltern sollten da schon den richtigen Umgang mit dem Internet mit ihren Sprösslingen thematisieren und auch noch ein gewisses Auge auf die Aktivitäten haben. Doch dass das heute nur noch sehr schwer zu kontrollieren ist, ist wohl jedem klar – nichts zuletzt auch dank Smartphone und co.

Mobbing an sich ist ja keine Neuheit, doch mit dem Internet scheint es sich noch zu verschlimmern. Verantwortungsbewusst damit umzugehen sollte an oberster Stelle stehen. Einmal nüchtern betrachtet: Besinnt sich ein jeder auf das folgende Sprichwort, so könnte das Ganze von vorn herein umgangen und dem Internet ein wenig das Gefahrenpotential genommen werden:
„Was du nicht willst, das man dir tut, das füg’ auch keinem andern zu.“

http://www.focus.de/schule/schule/psychologie/psychoterror/tid-27712/tatort-internet-facebook-veraendert-die-qualitaet-des-mobbings_aid_839182.html

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Ein Kommentar

  1. Jasmin81 sagt:

    Mobbing wird immer ein aktuelles Thema bleiben, besonders mit dem Medium des Internets, was die Angriffe aufgrund der Anonymität viel gefährlicher gestaltet, werden die Vorfälle sich immer weiter häufen, wenn keine ernst zunehmenden Maßnahmen getroffen werden. Wichtig ist es auch für Eltern, dass sie die ersten Zeichen des Verhaltens ihres Kindes erkennen. Dann wenn hier schon frühzeitig das Problem erkannt wird, kann der tiefe Fall in Selbsthass aufgehalten werden.

    Schul-Mobbing erkennen und helfen

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