Cybermobbing Teil 1

 

Soziale Netzwerke sind aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Natürlich lässt sich ihnen eine gewisse Nützlichkeit nicht absprechen. Allerdings ist nicht alles Gold, was auch glänzt. Denn auch hier bietet sich ein schier unbegrenzter Raum zu Missbrauch. Besonders grobe Datenschutzverstöße gibt es hier zu nennen. Darüber hinaus ist aber auch das Cybermobbing ein Problem, das immer weiter ansteigt. Wie kommt es, dass Auseinandersetzungen zunehmend auf dieser Ebene ausgetragen werden?

 

Mobbing allgemein ist ja -leider- ein allseits bekanntes Problem: SchülerInnen, die in welcher Hinsicht auch immer ‚anders’ sind, werden ausgegrenzt, gehänselt, beschimpft. Aber auch kleinere Streits werden von SchülerInnen dahingehend verwendet, die betreffende Person öffentlich zu demütigen. Worin die Gründe auch liegen, die seelischen Grausamkeiten, die jungen Menschen hierbei angetan werden, sind immens.

 

Hier bietet das Internet ganz neue Dimensionen. Es wird ein Raum der Anonymität geschaffen, der Schritt hin zu niederträchtigen Handlungen fällt leichter. Man muss dem Opfer nicht einmal mehr ins Gesicht blicken. Gerade soziale Netzwerke werden für derartige Zwecke missbraucht. Mobber haben somit die Möglichkeit, zu entscheiden, wer genau von deren Aktivitäten mitbekommt. Im schlimmsten Falle werden diese öffentlich und für jeden sichtbar durchgeführt. Hierbei geht es ja über bloße Kommentare hinaus, sogar Bilder oder Videos, bei dem die geschädigten Personen gesehen werden können, werden in die ewigen, unkontrollierbaren Weiten des Netzes gestellt.

 

Denjenigen, die zu solchen Handlungen tendieren, ist die Tragweite ihres Handelns nicht bewusst. Zum einen, da sie diesen Grausamkeiten nicht entsprechende Dimensionen zurechnen und zum anderen, dass das Internet nicht als ungeschützter Raum gesehen wird. Leider verbreiten immer mehr junge Menschen ihr gesamtes Leben in sozialen Netzwerken und auch vor der Weitergabe persönlicher Daten machen sie nicht Halt. Einfach deshalb, weil ihnen nicht klar ist, auf welch gefährliches Terrain sie sich begeben. Und diese Unvorsichtigkeit in Verbindung mit Mobbing ist eine brisante Mischung.

 

Was sind also fruchtbare Ansätze, Cybermobbing zu verhindern? Wie schwer das ist, wird auf den ersten Blick klar, doch rät der thüringische Schulpsychologe Ingo Wagenbrecht, …

 

-  … die Schule solle derartige Fälle öffentlich machen: Somit kann ein klares Zeichen gesetzt werden und SchülerInnen werden darauf aufmerksam gemacht. Das bietet den Betroffenen mehrere Anlaufstellen, bei denen sie Hilfe finden. Ebenso könnte die entstehende Gruppendynamik weiter gegen das Problem ankämpfen. Auf der anderen Seite dient ein solcher Schritt auch als Abschreckung, sodass Mobber erst gar nicht aktiv werden können.

 

-           … die Lehrkräfte könnten in den Klassen für ein gutes Klima sorgen: Seiner Meinung nach geschehen Mobbingfälle gerade nicht in gesunden Gruppen. Mit Sicherheit einfacher gesagt als getan. Dennoch haben Lehrkräfte sehr großen Einfluss auf die Atmosphäre, die in einer Klasse herrscht. Gemeinsame Ausflüge oder Projekte wären hier förderliche Maßnahmen. Inwieweit solche Ideen umsetzbar sind, ist natürlich von Klasse zu Klasse unterschiedlich.

 

Es bleibt festzuhalten, dass das Internet nun mal nur schwer bis gar nicht zu kontrollieren ist. Doch an dieser Stelle klar der Aufruf an die Erziehungsberechtigten, ein Auge auf deren Kinder und den Internetkonsum zu haben. Nicht zuletzt auch auf diesem Wege kann Cybermobbing bekämpft werden.

Mehr zu diesem Thema:

http://www.news4teachers.de/2012/06/schulpsychologe-cyber-mobbing-nimmt-erschreckend-zu/

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