Endlich! Mathematik als nicht erlernbar eingestuft… oder nicht?

Quelle:Dieter Schütz  / pixelio.de

Quelle:Dieter Schütz / pixelio.de

 

Mein Gott, diese Amerikaner! Was ist ihnen bloß jetzt wieder eingefallen? So mag sich in den vergangenen Tagen so mancher Mathelehrer gefragt haben.

… die Mathelehrer?

Wer so fragt, ist offensichtlich einfach nur einseitig informiert.

Denn eine Studie amerikanischer Wissenschaftler enthält genug Potential, um schleunigst den amerikanischen Botschafter ins Außenministerium einzubestellen. Mit der Ermahnung an seine Landsleute, in Zukunft ein wenig vorsichtiger bei der Veröffentlichung wissenschaftlicher Studien zu sein.

Denn wie Neurowissenschaftler der Duke-University herausgebracht haben (wollen?), ist das Talent für Mathematik wohl tatsächlich angeboren.

Nun will ich gar nichts gegen die Methodik des Experiments sagen, noch bezweifle ich dessen Ergebnisse. Sicherlich eine solide und saubere Arbeit, das Ganze.

Aber wie konnten sie nur zulassen, dass die Ergebnisse nach Außen drangen? Hatten sie keine Ahnung, welche Konsequenzen beim durchschnittlichen Schüler – und oft auch bei dessen Eltern – die Veröffentlichung derart sensibler Fakten haben würden?

Und dabei war es diesmal nicht einmal ein Whistleblower, der den Rest der Welt über derartige Umtriebe in Kenntnis gesetzt hat.

Die Angelegenheit wird zweifelsohne einmal als Beweis für eine andere Tatsache in die Geschichte eingehen, nämlich, dass talentierte und fähige Naturwissenschaftler wirklich so weltfremd und bar jeden Verständnisses für etwaige Folgen ihrer Handlungen sind wie die Nerds in Big Bang Theory.

Denn was wird nun geschehen? Es wird kaum jemand den Artikel zu Ende lesen, in dem die Forschergruppe zu dem Schluss kommt, dass es zwar so etwas wie angeborenes Talent für mathematisches Denken gibt, in jedem Fall jedoch Bildung, Übung und Fleiß darüber entscheiden, wie am Ende tatsächlich die Benotung ausfällt.

Nein, stattdessen wird es nun bei jeder schlechten Note in Mathe heißen: „Ich kann nix dafür, liegt halt an den Genen!“. Das mit einem gewissen Vorwurf an die eigenen Erzeuger, dass sie einem anscheinend keinen besseren Chromosomensatz mitgeben konnten als den vorhandenen Mist. Und die lieben Helikoptereltern, wild entschlossen, jegliche Unbill von ihrem Nachwuchs fernzuhalten, werden mit der rabiaten Wut gewisser waldbewohnender Tiere zur Brutzeit gegen die vermeintliche Diskriminierung ihrer benachteiligten Kinder protestieren.

Wollen wir wetten?

Am Ende wird mangelndes mathematisches Talent von karrierebewussten Bildungspolitikern als echte Behinderung anerkannt. Das wird aber nicht zu einer besseren Förderung durch Nachhilfe etc führen.

Eher werden halt dann die Schulnoten in diesem Kernfach abgeschafft.

Was sonst sollte auch geschehen in einer Gesellschaft, in der jetzt schon Dyskalkulie- und Dyslexie-Atteste verteilt werden wie im rheinischen Karneval die Kamellen. Viel zu häufig habe ich erlebt, dass anerkannte Legastheniker im Fach Englisch beste Rechtschreibkenntnisse vorwiesen. Und das kommt niemandem komisch vor? Sollte eine echte Behinderung in diesem Bereich nicht für alle Sprachen gelten? Bleibt also nur der Schluss, dass da einfach vorschnell eine Lese- und Rechtschreibschwäche konstatiert wurde, wo vermehrtes Üben auch geholfen hätte.

Aber das erfordert ja einen gewissen Einsatz von allen Betroffenen… und da hört bekanntlich der Ehrgeiz so mancher Eltern auf…

 

 

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