Es tut sich was mit der Realschule

Freising

Da scheint sich doch mal ganz konkret was zu tun in Puncto Realschule.

Am 21. März soll im Kreistag beschlossen werden, ob eine neue Realschule im Landkreis Freising zusammen mit einem privaten Bauträger errichtet wird, um Geld zu sparen. Bedenken haben bereits Abgeordnete der Grünen und der SPD. Denn die Profitorientiertheit eines solchen privaten Unternehmens könne zu Lohndumping führen. Auch bestehe die Gefahr, dass das Projekt dem Landkreis entgleite oder er gar „über den Tisch gezogen“ werde.

Auf der anderen Seite, so die Befürworter des Projekts, führe die Zusammenarbeit mit einem solchen Investor zu Kosteneinsparungen. Es müsse halt auf eiserne Disziplin geachtet werden, um ein Ausufern der Kosten im Nachhinein zu verhindern.

Aber, egal für welche Lösung sich der Kreistag am Ende entscheidet, immerhin gibt es bald eine neue Realschule. Und die ist bitter nötig. Denn die Schulen im Landkreis platzen aus allen Nähten. Gerade im Segment der Realschulen besteht großer Bedarf. Dabei entscheiden sich immer mehr Eltern gerade für diesen Schulzweig, der in den letzten Jahren enorm aufgewertet wurde.

Generell muss der Landkreis damit fertig werden, dass steigende Schülerzahlen auch in den kommenden Jahren eine Ausweitung des Schulangebotes erforderlich machen.

Ein Luxusproblem, mag mancher meinen, wenn man in die strukturschwachen Regionen des Landes blickt. Dort wandern immer mehr junge Familien ab, die Zahl der Kinder und Jugendlichen sinkt, und Schulen werden geschlossen.

Doch auch die rasante Entwicklung, wie sie in der Boom-Region im Münchner Norden stattfindet, bringt durchaus ihre Probleme mit sich. Man muss nur einmal zur Stoßzeit – die mittlerweile um vier Uhr nachmittags anfängt und bis sieben dauert – von einem Ende der Stadt zum anderen fahren.

Wir alle zahlen den Preis für den Boom in Form von Lärm, Luftverschmutzung, Müll und Verkehrsstrukturen, die schon längst der bevölkerungspolitischen Realität hinterherhinken.

Doch nicht nur der Umweltschutz und der Verkehr stellen eine Herausforderung für die Stadtplaner dar. Die gesamte Infrastruktur – und dazu gehören auch Schulen – muss mit dem Trend mithalten können.

Übrigens auch das Freizeitangebot. Dem wird momentan zwar einerseits mit einem Ausbau des Schwimmbades Rechnung getragen, andererseits droht die Stadt gerade ihr letztes Innenstadtkino zu verlieren (wir berichteten). Doch der Nachwuchs soll ja nicht nur schulisch untergebracht werden, sondern auch ein angemessenes Freizeitangebot wahrnehmen können.

Wenn man aber die Meldungen der letzten Monate verfolgt hat, kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass Kinder und Jugendliche in unserer Stadt nicht immer wichtig genug genommen werden. Will sagen – es fehlt sowohl im Bildungssektor als auch an altersgerechten Möglichkeiten die Freizeit zu verbringen.

Richtig düster wird es dann außerhalb der Kreisstadt Freising – Stichwort: Realschule in Au. Es kann aber nicht sein, dass der gesamte Norden des Landkreises abgehängt wird. Schließlich ziehen auch hierher immer mehr junge Familien aus allen Gegenden Deutschlands. Und gerade für sie ist eine gute Infrastruktur A und O bei der Wahl eines Wohnortes.

Auf die Politiker des Landkreises warten in den nächsten Jahren zahlreiche wichtige Entscheidungen. Entscheidungen, die weit reichende Folgen für die Zukunft aller Gemeinden des Landkreises haben werden. Sie werden nicht nur die zukünftige Struktur der Region beeinflussen, sondern nicht zuletzt auch über den sozialen Frieden entscheiden.

Aber dafür wählen wir sie ja. Betroffene Eltern sollten vielleicht einfach mal öfter die Nachrichten aus der Region verfolgen – das hilft enorm bei der Entscheidung, wem sie ihre Stimme geben sollen!

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