Freising: (Noch) gut versorgt mit Lehrern

Es läuft gut in Freising. Zumindest, was die Schulen angeht, sind die stürmischen Debatten der letzten Jahre etwas ruhiger geworden.

Vor allem das Problem der Unterrichtsausfälle, das an einigen Schulen schon mal so schlimm war, dass man sich fragte, ob es sich noch um eine Schule handelte.

Und das ist beachtlich in einer Stadt, die immer noch einen steten Zuzug erfährt, und deren Schulen nicht nur ausländische Kinder mit geringen Deutschkenntnissen, sondern auch deutschsprachige Schüler aus ganz anderen Schulsystemen integrieren müssen.

Auch die von der EU geforderte Integration von Schülern mit besonderer Befähigung klappt in Freising ganz gut, wie man hört.

Umso besorgniserregender sind die jüngsten Meldungen aus dem Kultusministerium, wonach bayernweit mehr als 800 Lehrerstellen gestrichen werden sollen. Und das auch noch bevorzugt im Bereich der Grund- und Mittelschulen. Das heißt, es wird mal wieder die Schwachen treffen, die eigentlich eher mehr als weniger Unterstützung bräuchten.

Ein an sich gut funktionierendes System droht zusammenzubrechen, wenn die Pläne des KuMi wie angekündigt umgesetzt werden.

 

Und so berichtet der Münchner-Merkur im Lokalteil seiner Online-Ausgabe von den Befürchtungen der Betroffenen. Der Tenor der Befragten ist dabei immer derselbe: gerade im Bereich der Förderung sind mehr statt weniger Lehrerstellen erforderlich.

Was aber ist, wenn die befürchteten Kürzungen greifen? Dann kann man nur nach dem St.-Florian-Prinzip hoffen, dass es lieber andere Gemeinden treffen möge als uns. So werden also zwangsweise stärkere Gemeinden im Ballungsraum München ausgespielt gegen die kleinen, schwachen Gemeinden in Niederbayern, Franken und der Oberpfalz. Für die steht übrigens genauso viel auf dem Spiel wie für uns: Denn jede Verschlechterung der Infrastruktur ist in den oftmals von Abwanderung bedrohten Teilen des Freistaates ein zusätzlicher Standortnachteil, der die negativen Veränderungen der Altersstrukturen zusätzlich verschärft. Gerade die jungen, finanziell leistungsfähigen Familien mit Kindern werden sich nach Möglichkeit nicht dort niederlassen, wo ihren Kindern Nachteile bei der Bildung drohen.

Wie Freisinger mit unserer jungen Stadt, der oder einer der jüngsten Deutschlands, können uns nicht leisten, dass junge Leute bildungsmäßig unter die Räder kommen. Wir sind vielleicht nicht die Kornkammer, doch aber zunehmend die Geburtsklinik und Kinderstube  des Landes. Und in Zukunft wird man es sich noch viel weniger als bisher leisten können, junge Menschen zu Bildungsverlierern werden zu lassen. Sonst werden die zahlreichen Firmen und Betriebe, das Rückgrat unserer städtischen Einnahmen, keinen ausbildungsfähigen Nachwuchs mehr haben.

Wir brauchen ein starkes Bündnis von Lehrern und Eltern in ganz Bayern, um die drohenden Kürzungen zu verhindern!

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