Kinder mit Migrationshintergrund holen auf…

 

In Deutschland hat jedes dritte Kind unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund. Der Zuzug aus anderen Ländern ist immer wieder Thema in den Medien. Häufig steht dabei im Vordergrund, dass Kinder mit deutschen Eltern noch entschieden besser abschneiden. Natürlich sind es erhebliche Sprachdefizite, die einen nicht unwesentlichen Teil dazu beitragen. Doch wie der Migrationsbericht der Bundesregierung zeigt, schließt sich die Schere: die Zahl der Schulabbrecher unter Kindern von Migranten sinkt. Heißt das, dass sie eines Tages mit den Deutschen mithalten oder sie gar überholen könnten?

 

Besonders schwer hatten es Kinder, die in jungen Jahren nach Deutschland gekommen sind und unter Umständen nicht ein Wort Deutsch sprachen. Da sie sich nicht verständigen konnten, wurden sie ausgegrenzt, nicht all zu selten wurden sie folgerichtig verhaltensauffällig und setzten ihrer Schullaufbahn so ein Ende. Klar ist das auch heute noch hier und da der Fall. Umso erfreulicher natürlich, dass dieser Trend rückläufig scheint. Gleichzeitig steigt auch die Zahl derjenigen Migrantenkinder mit höheren Schulabschlüssen und auch Universitäten verzeichnen erhöhten Zulauf.

 

Und davon kann auch Deutschland profitieren: der zunehmende Fachkräftemangel alarmiert die Wirtschaft, die Verbesserung der schulischen Situation von Kindern mit Migrationshintergrund vereinfacht es langfristig, diese auch in den Arbeitsmarkt besser zu integrieren. Dies sei laut der ’Welt Online’ unabdingbar, wenn Deutschland weiterhin als Wirtschaftsnation in der ersten Liga spielen wolle.

 

Hierbei spielt auch bereits die Teilnahme an Kitas eine wichtige Rolle. Jedes siebte Zuwandererkind unter drei Jahren wird mittlerweile in einer solchen betreut. Schon früh lernen die Kinder also die deutsche Sprache und Kultur kennen. Auch der Austausch mit Kindern einheimischer Eltern wird bereits im frühen Alter ermöglicht. Deutlichen Verbesserungsbedarf sieht der Migrationsbericht allerdings in den Grundschulen: Sprachförderung sei nicht einheitlich geregelt.

 

Die Tendenz verläuft dennoch zugunsten der Migrantenkinder. Experten sprechen hierbei auch von höherer Bildungsaspiration in diesem Zusammenhang, Eltern wollten, dass es ihren Kindern eines Tages besser geht als ihnen selbst. Hierin bestehe die beste Voraussetzung für den sozialen Aufstieg. Gerade auf die Kinder, die in Deutschland geboren wurden, treffe das zu, denn diese besuchten sogar häufiger die gymnasiale Oberstufe als es Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund in identischen sozialen Lebensumständen täten.
Gerade die krassen Unterschiede in der Bildung waren und sind sicher ein Grund dafür, dass es heranwachsende Generationen mit Migrantenhintergrund schwer haben. Doch ist das nicht die Regel, denn immer mehr schaffen ja den Sprung hin zu einem erfolgreichen Leben in Deutschland. Und hierbei kann eben die Bildung Abhilfe schaffen. Viele Erfahrungsberichte zeugen davon, dass mit Fleiß viel erreicht werden kann – und das ist es doch nicht zuletzt auch, was alle verbindet, denn dies gilt nicht nur für Migranten. Voraussetzung für die Bildung ist allerdings Offenheit gegenüber der deutschen Kultur und natürlich auch der Sprache. Dann steht dem Aufstieg generell nichts mehr im Wege.

 

Migration ist stets ein heiß diskutiertes Thema. Doch unabhängig davon ist der vorgestellte Trend doch etwas, was auch für uns von hoher Bedeutung sein kann. So wie Migranten von uns lernen, lernen wir auch von ihnen und wir können uns ein Beispiel an ihnen nehmen. In dem Artikel, der diesem Blogeintrag zugrunde liegt, findet sich ein beeindruckendes Beispiel eines türkischen Migranten. Sehen Sie ihn sich doch einmal an:

Hier gibt es noch mehr Informationen:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article107169002/Migranten-Kinder-starten-in-den-Schulen-durch.html

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