Wenn Eltern die Schule schwänzen….

Liebe Eltern!

Für viele Eltern liegt die Schulzeit Jahrzehnte zurück. Nun kommen die eigenen Kinder in die Schule und plötzlich werden gute und auch schlechte  Erinnerungen wieder wach. Da sitzen wir Eltern plötzlich auf viel zu kleinen Stühlen und Tischen, der Lehrer hält einen Monolog und schon sind wir wieder Jahrzehnte zurück versetzt. Es wird über das gesunde Pausenbrot gesprochen, die Organisation der Schülertransporte, geplante Klassenfahrten und auch Inhalte Schulaufgaben werden angesprochen. Schaut man in die Runde, sieht man müde Augen und die Spuren eines oft langen Arbeitstages bei den Erwachsenen.

 

Fragt man die Lehrer, sind es leider immer weniger Eltern, die sich den abendlichen “Schulkontakt” antun. Nicht selten hätten die Lehrkräfte  gern die Eltern der Problemschüler vor sich sitzen. “Aber die fehlen häufig”, berichten manche Lehrer. Nach einer Umfrage der Universität Koblenz-Landau besucht nur etwa die Hälfte aller Eltern regelmäßig die Elternabende. Die Krankenkasse AOK hat in verschiedenen Medien an die Eltern appelliert, diesen wichtigen Termin nicht zu schwänzen: ” Die Präsenz der Eltern zu diesen Terminen vermittelt den Kinder das Gefühl, wichtig zu sein. Das macht sie stark”, sagt die AOK Psychologin Sabine Knapstein. Sie beruft sich auf eine Studie , die zeigt, dass Kinder, deren Eltern die Schule meiden, häufiger unter psychischen Problemen leiden. Das Fehlen beim ELternabend ist bestimmt nicht die alleinige Ursache, es könnte aber auf verschiedene Probleme in der Familie hinweisen. Viele Lehrer achten mittlerweile auf eine möglichst angenehme Stimmung bei den Elternabenden. Sie servieren Getränke und verzichten auf oberlehrerhafte Ermahnungen. Manchmal laden Schulen auch Experten ein, um beispielsweise auf Internetsucht aufmerksam zu machen. Es gehe darum, die Eltern als “Mitspieler” zu gewinnen, sagt ein Gymnasiallehrer. Der Autor des Buches “Auf die Lehrer kommt es an”, rät den Klagen der einzelnen Eltern an diesen Abenden nicht zu viel Raum zu geben. Um Kritik zu begegnen wäre das Einzelgespräch eine bessere Plattform. Das Klima würde dann auch entspannter und freundlicher sein. Allerdings sollten die Pädagogen offen für Kritik sein, rät der Autor. Fast ein Drittel der Eltern sei mit der Kooperationsbereitschaft der Pädagogen unzufrieden. Die Lehrkräfte würden dazu neigen, die Situation schön zu reden. Manche Lehrer erleben jedoch auch einen echten Horror, dann nämlich, wenn die Eltern gleich mit Anwälten drohen, weil die Noten nicht so ausfallen, wie es gewünscht wird. Viele Experten raten, nicht erst bei Ärger die Schule aufzusuchen. Dann haben sich eben schon Fronten gebildet. Eine wertschätzende Atmosphäre tut eben auch den Lehrern und nicht zuletzt auch den Kindern gut. Wenn zu Hause an den  Lehreren kein gutes Haar gelassen wird, kann das Kind kaum eine positive Haltung zur Schule entwickeln. Bei den Kindern baut sich dann der Eindruck auf: Der Lehrer, oder die Lehrerin ist mir feindlich gesinnt, weil die Note so schlecht ist. Mit Fehlverhalten der Schüler und der Lehrer ist nach Möglichkeit sachlich zu verfahren. Bevor wir als Eltern unsere Meinung den Kindern mitteilen, sollten wir auch die andere Seite gehört haben. So bauen wir auch ein gutes Lernklima auf.

Lernen sich Eltern und Lehrer erst in einem Konflikt kennen, fehlt die Vertrauensbasis. Einige Schulen haben gute Erfahrungen mit Elternstammtischen und Elterncafés gemacht.

Nachdem unsere Kinder so viel Zeit in der Schule verbringen, sollten wir als Eltern alles daran setzen, dass diese Zeit mit guten Gefühlen verbunden ist.

 

Herzlichst!

 

Ihr Jürgen Chitralla

2 Kommentare

  1. [...] Tag können Eltern und Schüler mit Geschenken und anderen netten Gesten die persönliche Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Danke für die Arbeit in der [...]

  2. [...] einem Erfahrungsbericht eines Vaters, der unter folgender URL eingesehen werden [...]

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