Für Schüler sollte Schule “Sinn” machen…

 

In der Schule gibt es eine einfache Regel: wer genug lernt, bekommt gute Noten. Das macht ja auch irgendwie Sinn: Je mehr man sich mit einem Thema auseinandersetzt, desto besser kann es verstanden werden. Verstehen allerdings ist nicht immer der Schlüssel zum Erfolg. Was ist beispielsweise mit den ellenlangen Vokabellisten des Englischunterrichts, die sich viele Lernende hineinzwingen müssen? Verständlich, ist es doch zweifelsohne schwer, sich dafür zu motivieren.

 

Es ist doch eigentlich paradox: Ab dem Zeitpunkt, an dem Kinder das Licht der Welt erblicken, sind sie wissbegierig und bohren ihre Umwelt (besonders natürlich die Eltern) mit schier endlosen Fragen. Wieso kommt es aber, dass man das Gefühlt hat, mit Beginn der Schulzeit verschwindet diese Neugier gänzlich? Die Erklärung scheint auf der Hand zu liegen, denn nun ist das anzueignende Wissen nicht mehr frei gewählt, sondern vorgesetzt. Kinder wollen herausfinden, erfahren; und eben nicht etwas vorgesetzt bekommen, wonach sie gar nicht gesucht haben. Dies kann sich durch die gesamt Schullaufbahn ziehen.

 

Dabei ist Motivation ein ganz entscheidender Faktor. Wie kommt es denn, dass diese so häufig fehlt? Hier nur zwei Beispiele:

Einerseits spielen natürlich Vorbilder eine entscheidende Rolle, zu denen man durchaus auch die Eltern zählen kann. Haben diese ihrerseits bereits wenig in deren Schulkarriere investiert, wie kann dann von den Kindern das Gegenteil erwartet werden? Oftmals artet das in einen Lernzwang aus, bei dem letztere verdonnert werden, sich mit dem Lernstoff auseinander zu setzen. Wohl kaum effektiv.

Andererseits sind die oben angesprochenen Anreize der Umwelt doch so viel verlockender. Man möchte Kind/Jugendlicher sein, das Leben genießen, mit Freunden Zeit verbringen. Eben Dinge erfahren, die gerade nicht in der Schule vermittelt werden. Genau hier spielt der Spaß eine entscheidende Rolle, denn dieser ist eine wesentliche Grundlage bzw. Folge der Motivation. Was würde denn stereotypisch einem 15-jährigen eher zusagen: auf eine Party mit den Freunden zu gehen oder sich mit quadratischen Ergänzungen zu befassen?

 

Ein Teufelskreis, wie es scheint, aus dem es kein Entkommen gibt. In der Psychologie jedoch gibt es eine Theorie, die besagt, dass Menschen über ihre Schmerzgrenze hinaus belastbar seien, sofern sie verstehen, warum es notwendig ist. Das allerdings ist nur indirekt vermittelbar, vielmehr ist es ein innerer Prozess eines jeden einzelnen. Eltern könnten hierbei jedoch eine einfache Faustregel befolgen, die zurückgeht auf den Führungsforscher Walter Böckmann: „Wer Leistung fordert, muss Sinn bieten“. Ist das nun auch auf SchülerInnen anwendbar?

 

Auch wenn die 4 in Englisch des Jahreszeugnisses der 8. Klasse im späteren Verlauf ‚niemanden mehr interessiert’, so ist es dennoch wichtig, dass Kinder die Schule ernst nehmen. Nicht nur im Hinblick auf das Berufsleben, sondern auch auf die Persönlichkeitsentwicklung. Inwieweit Eltern das Interesse für Schule wecken können, ist nur sehr schwer festzumachen und ist natürlich geprägt von der Individualität der einzelnen Kinder. Aber haben sie einmal das ‚warum’ verstanden, werden auch bessere Noten realistischer.

 

 

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