Cybermobbing Teil 2

Auch Lehrkräfte sind betroffen…

 

Wie im vorangegangen Blogeintrag bereits erwähnt, ist Cybermobbing ein ernstzunehmendes Problem. Doch nicht nur SchülerInnen untereinander nutzen das Internet, um sich gegenseitig bloßzustellen, ebenso sind auch Lehrkärfte häufig die Leidtragenden.

 

Mobbing gegen LehrerInnen ist gar nicht so selten und neuartig, wie es scheinen könnte, denn beispielsweise demütigende Fotos, bei denen LehrerInnenköpfe hinzugefügt wurden, gibt es nicht erst seit der Ära des Computers. Auch fiese Streiche mussten Pädagogen vermutlich schon immer über sich ergehen lassen. Das Internet eröffnet auch im Mobben dieser ungeahnte Möglichkeiten. So existieren in sozialen Netzwerken Gruppen, die lediglich darauf ausgerichtet sind, Lehrkärfte zu denunzieren und lächerlich zu machen.

 

In den meisten Fällen sind den Geschädigten zunächst die Hände gebunden. Viele verschweigen auch, von Mobbing betroffen (gewesen) zu sein. Eine britische Studie zeigte, dass eben jene LehrerInnen sich isoliert fühlten, depressiv wurden, einige Nervenzusammenbrüche oder gar Selbstmordgedanken bekamen. Mit Aktionen wie beispielsweise Videos ins Internet zustellen, auf dem zu sehen ist wie der Mathelehrer eine unglückliche Bemerkung gemacht hat, bringt den Stein oft nur ins rollen. Aufgrund der schier unbegrenzten Zugänglichkeit, die das Internet bietet, bekommen immer mehr Schülerkreise davon mit, was zu einem totalen Respektverlust des exemplarisch angedeuteten Pädagogen führen kann.

 

Wer allerdings glaubt, Mobbinangriffe kämen nur von Lernenden, irrt. Selbst Eltern neigen immer häufiger dazu, ihrem Ärger über eine Lehrkraft über das Internet Luft zu machen, anstatt Probleme in unmittelbaren Gesprächen zu klären. Dies kann in keiner Weise positiv zu bewerten sein, erwartet man ja schließlich von nachwachsenden Generationen auch, Missstände konstruktiv anzugehen. Wie kann man von solchen Erwartungen ausgehen, wenn doch selbst die Eltern das nicht vorleben?

 

 

Was die Opfer angeht, so handelt es sich hierbei um ein recht heterogen gefächertes Spektrum. Sämtliche Schulformen, sowie Altersstufen und Geschlechter seien hier betroffen. Bei den Tätern jedoch zeichne sich der Trend dahingehend ab, dass wesentlich mehr Jungen zu Cybermobbing neigen, als es Mädchen tun. Das geht aus einer repräsentativen Untersuchung des GEW (deutsche Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) hervor, die vor knapp vier Jahren durchgeführt wurde.

 

Cybermobbing wird in der heutigen Zeit gerade durch Smartphones begünstigt. So kann ein Foto einer Lehrkraft binnen weniger Minuten schon im Internet sein. Dass beinahe jeder Jugendliche über ein solches verfügt, ist ebenso ein Trend, den man vielleicht hinterfragen sollte.

 

Die GEW schlägt als Lösung vor, Eltern, SchülerInnen und Pädagogen sollten gemeinsam einen Verhaltenskodex formulieren. Hierzu gehöre auch, dass Handys während des Unterrichts auszuschalten sind.

 

Wichtig ist sicherlich, dass Mobber die Folgen ihres Verhaltens zu spüren bekommen. Beispielsweise kann durch Unterrichtsverweise ein Exempel statuiert werden und auch hier ein Abschreckungseffekt entstehen. Doch es bleibt: Man kann Augen und Ohren nicht überall haben.

Lesen Sie hier mehr:

http://www.news4teachers.de/2011/11/cyber-mobbing-immer-mehr-lehrer-werden-opfer/

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