Mit dem Elterntaxi zur Schule…

 

An jeder Tankstelle, an der man vorbeikommt, könnte einem die Lust am Autofahren schnell wieder vergehen. Immer größere Rekordhochs nehmen die Preise an und das nicht mehr nur in den Ferienzeiten. Allein schon das sollte doch zu vermuten geben, dass die Autofahrerzahlen zurückgingen. Weit gefehlt, blickt man einmal auf die hoffnungslos überlasteten Straßen. Und auch die Anfahrten für Schulen sind darauf nicht ausgelegt. Die Zahl jener Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto dorthin bringen, steigt ebenso stetig. Somit spielen sich an vielen Schulen morgens und mittags turbulente Szenen ab, die nicht zuletzt auch große Gefahren mit sich bringen. Warum das Elterntaxi zwar eine gut gemeinte, wenn auch nicht allzu tolle Sache ist, soll im Folgenden ein wenig beleuchtet werden.

Natürlich ist es für Lernende ein Luxus, an der heimischen Tür ins Auto zu steigen und wenig später schon die Schule betreten zu können. Kein Drängen vor überfüllten Bussen, keine Staus auf den Fahrradwegen und dazu noch länger schlafen. Die Liste der Vorteile scheint sich unaufhörlich weiterführen zu lassen. Logischerweise versuchen Eltern immer wieder, ihren Sprösslingen das Leben so einfach wie möglich zu machen. Und das ist zunächst doch etwas, das es zu loben gilt – oder?

Fakt ist, dass viele Schulen ob des hohen Verkehrsaufkommens vor ihren Pforten klagen. Viele Anfahrten seien schlichtweg nicht auf den hohen Andrang ausgelegt. Somit sind Hupkonzerte und stop&go bereits vorprogrammiert. Doch genau darin liegen auch Gefahren für die SchülerInnen: „Es ist schon fast ein Wunder, dass nicht mehr Unfälle passieren“, äußert sich ein Lübecker Polizist. Betroffene Eltern allerdings gaben an, sie fuhren doch vorsichtig und vorausschauend. Mit Sicherheit kann man das so stehen lassen, doch was ist mit den Lernenden? Gerade jüngere haben diese Vorsicht und Voraussicht noch nicht. Vor allem GrundschülerInnen sind hier zu erwähnen. Bei aller Umsicht ist das Verhalten der Eltern manchmal tatsächlich anzuprangern, wie es ein Schulleiter auch tut: „Die Eltern fahren teilweise bis auf den Schulhof, nur um ihre Kinder möglichst nah am Eingang abzusetzen“. Logisch also, dass die Verkehrslage zum Dauerbrenner bei Sitzungen wird.

Neben den Gefahren, die das Privattaxi bietet, sollte man das Ganze auch ein wenig aus einer anderen Sicht betrachten. Auf dem Schulweg haben SchülerInnen noch einmal die Möglichkeit, ein wenig frische Luft zu schnappen und somit ganz wach zu werden, bzw. nach einem anstrengenden Schultag das Gehirn ein wenig zu entlüften. Natürlich ist auch der Aspekt der Bewegung nicht zu vernachlässigen. Rein lernokönomisch kann man hier klare Vorteile sehen. Darüber hinaus ist der Schulweg immer auch ein wenig Sozialisation. Gemeinsam mit dem Nachbarskind kann man sich austauschen, geteiltes Leid ist schließlich immer auch halbes Leid.

Natürlich gibt es auch Kinder, die von weiter weg kommen und eben nicht das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen können. Doch auch die sollten nicht unbedingt von den Eltern kutschiert werden. Auch hier sollte darauf geachtet werden, das Kind ein wenig eigene Erfahrungen sammeln zu lassen. So eine Busfahrt mag das erste Mal noch als große Hürde empfungen werden, nach kürzester Zeit ist sie aber Routine. Der Mensch wächst schlichtweg mit seinen Aufgaben. So gut es auch von Eltern gemeint ist, ihre Kinder bis vor die Schule zu fahren, der bessere Lerneffekt wird sicherlich darin erzielt, das Kind auch ein wenig „gehen zu lassen“.

Dieses Thema wird uns nicht das letzte Mal beschäftigt haben, einfach um auch die Vor- und Nachteile ein wenig zu illustrieren. Doch wie sehr auch Schulen mit Elterntaxis zu kämpfen haben, zeigt folgender Artikel:

.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *