Nachhilfe bis zum Abi… und danach?

„Sie studieren die ganze Zeit ihres Lebens“, schrieb der griechische Historiograph Diodor von Sizilien im ersten Jh. v. Chr. über die „Chaldäer“. Dass seine Aussage über diese babylonischen Wahrsager tatsächlich zutrifft, fand unlängst eine Gruppe von Gelehrten um den deutschen Altorientalisten und Leibnizpreisträger Stefan Maul bei der Auswertung einer zweieinhalbtausend Jahre alten Bibliothek aus der Stadt Assur heraus.

Was in der Antike Bewunderung auslöste – weil dieses Lernverhalten so einmalig war – ist mittlerweile allgemeine Notwendigkeit geworden. Nur so lässt sich der heutige rasante Wissensfortschritt sinnvoll ins Alltagsleben integrieren. Denn Wissen, das nicht angewandt wird, ist gleichsam nicht vorhanden. Wer würde sich schon in die Hände eines Arztes begeben, der noch immer auf dem Stand der Siebziger Jahre Diagnosen stellt und Behandlungen verschreibt? Oder in ein Auto steigen, das von Mechanikern mit dem technologischen Sachverstand der Fünfziger Jahre gewartet wurde? So leben wir heute in einer Kultur, in der der Einzelne ständig angehalten ist, seine freie Zeit der Weiterbildung zu widmen. Was ein wenig wie das berühmte Rennen vom Hasen und dem Igel erscheinen mag, ist pure Notwendigkeit, der man als einer Realität seines Berufslebens begegnen kann oder an der man scheitert.

Das macht sich auch im Studium bemerkbar. Gar mancher ehemalige Abiturient, der nach erfolgter Prüfung die verhassten Schulfächer Deutsch, Englisch oder Mathematik nun endlich hinter sich gelassen wähnte, reibt sich verwundert die Augen bei der Feststellung, dass das Studienfach seiner Wahl nicht nur aus allerhand interessantem und kurzweiligem Lehrstoff nach persönlicher Neigung besteht. Oft genug umfasst es auch Kurse, die das in der Schule erworbene Grundlagenwissen ausbauen und weiterführen. „Naja“, wird der geneigte Leser jetzt sagen, „ein naturwissenschaftliches oder technisches Fach wird kaum auf Mathematik verzichten können, so viel ist klar!“

Doch damit ist es eben nicht allein getan. So geht es im Zeitalter zunehmender Internationalisierung des Wissenschaftsbetriebes zum Beispiel eben auch außerhalb der Anglistik und Amerikanistik nicht ohne fundierte Englischkenntnisse – und sehr zum Leidwesen vieler Studenten mit verpflichtender Abschlussprüfung in den Feinheiten dieser Sprache. Und ohne die im Fach Deutsch erworbenen Fertigkeiten wird man an seinen Seminararbeiten und Referaten  auch nicht viel Freude haben (mindestens wird der Leser bzw. Zuhörer keine haben, und schlimmstenfalls ist er dann nicht nur vergnatzt, sondern entscheidet ebenfalls noch über die Benotung!).

Woher kommt übrigens das ebenso grundlose wie unwahre Gerücht unter Studienanfängern, eine mangelhafte Schulbildung sei kein Problem, in den Grund- und Aufbaukursen werde die Materie sowieso wieder ganz von Anfang an erläutert?

Schon die Logik sollte dem angehenden Bildungsnachwüchsler sagen, dass die öffentliche Hand sich in einem solchen Fall die Schule doch dann von vorneherein sparen könnte!

Ohne Grundwissen – und das wird in der Schule vermittelt –geht es nicht.

Wer sein Studium also vernünftig planen will, sollte sich spätestens nach erfolgter Zulassung – über die zu erwartenden Seminare hat man sich hoffentlich bereits VORHER informiert – über die eigenen Schwächen Gedanken machen (das Abiturzeugnis ist da ganz hilfreich) und sich fragen, wo er den künftigen Anforderungen sicher gewachsen ist und wo er eventuell noch Nachholbedarf hat. Wer sich dann von einer guten Lehrkraft individuell betreuen lässt, hat bei Studienbeginn nichts mehr zu befürchten und kann frohen Mutes den Herausforderungen im neuen Lebensabschnitt entgegensehen.

Herzlichst,
Ihr Einzelnachhilfe-Experte von ABACUS-Nachhilfe für die Landkreise Dingolfing-Landau, Freising, Landshut, Rottal-Inn und Straubing-Bogen

Jürgen Chitralla!

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