Realschule Au i. d. Hallertau

Landkreis Freising

Manchmal gibt es solche Zeiten, da überschlagen sich die Ereignisse. Die Letzten zwei Wochen gehören sicherlich dazu.

Aber keine Angst – ich will jetzt nicht die x-te Stellungnahme zu Themen ausspeien, die andere Schreiber bereits zur Genüge durchgekaut haben.

Getretener Quark wird breit nicht stark.

Dennoch möchte ich meine Leser nun bitten, mir die ihre noch kurz zu schenken: Denn in Sachen Realschule in Au gibt es eine Kehrtwende, die beachtenswert scheint.

Vielleicht haben Sie es ja mitbekommen: Der Antrag auf eine eigene Realschule wurde bereits abgelehnt.

Doch jetzt hat sich ein kleiner Hoffnungsschimmer gezeigt. Anscheinend will sich jetzt Landesvater Horst Seehofer nochmals der Sache annehmen. Und damit die Angelegenheit zur Chefsache machen.

Das ist meines Erachtens ein gutes Zeichen, denn was immer man von dem Mann halten mag, wertet er das Anliegen der Bürger aus Freisings Norden schon alleine dadurch auf, dass er sich ihren Antrag persönlich anzusehen versprochen hat.

Und beweist damit, dass die Debatte eben keine rein lokale Bedeutung hat, sondern zum Mindesten eine regionale. Es geht nämlich um weit mehr als nur um eine Schule: Es geht um die Aufwertung eines ganzen Landstriches. Denn der Landkreis Freising ist einseitig ausgerichtet auf den Süden. Ausgerichtet auf München, auf den Flughafen. Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehrsanbindung: All dies wird von diesen beiden Faktoren bestimmt.

Dies wird allein am Preisgefälle der Mieten deutlich: Die Gemeinden im Süden haben bereits durchaus Münchner Niveau, während Wohnraum im Norden noch vergleichsweise günstig ist. Damit ist es nicht unwahrscheinlich, dass es junge Familien mit Kindern eher hierher zieht. Doch dann müssen auch wohnortnahe Schulen geschaffen werden. Es geht nicht an, dass die Schulen tendenziell im Süden stehen, wenn ein wachsender Anteil der Schüler im Norden Freisings wohnt.

Natürlich sind die Gemeinden Richtung München – Neufahrn und Eching – größer und damit (noch) kinderreicher. Doch hat es in Eching bereits jetzt eine eigene Realschule, und in Freising ebenfalls.

Das Argument, eine eigene Realschule in Au würde den Schulstandort Moosburg schwächen, verstehe ich nicht. Bei dem rasanten Wachstum der Stadt wird die vorhandene Schule wahrscheinlich eher früher als später aus allen Nähten platzen.

Abgesehen davon: Immerzu hört man das leidige Argument der Finanzierung des Gebäudes. Überall im Landkreis Freising wird fleißig gebaut und geplant. Wieso ist dann ausgerechnet die Schule in Au zu teuer?

In jedem Fall sollte es bei der Schulpolitik ohnehin nicht ums Geld gehen: Die Lebensqualität der im Norden lebenden Realschüler ist doch durchaus auch ein Argument! Denn die Schüler aus Au, Nandlstadt und Rudelzhausen (neben anderen Gemeinden) müssen ohne eigene Realschule weiterhin lange Anfahrtswege mit dem Bus zurücklegen.

Daher glaube ich, dass die Realschule in Au durchaus die Aufmerksamkeit von Herrn Seehofer verdient.

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