Regel-mäßige Erziehung…

Der Familienalltag fordert vor allem eins: gemeinsame Regeln. Diese dienen dem konfliktfreien Miteinander, auch wenn dieses natürlich nicht bedingungslos gewährleistet wird. Doch werden sie eingehalten, ist schon ein guter Schritt in Richtung Harmonie geschehen. Kinder allerdings sehen sich mit Vorschriften nicht selten eher eingeschränkt und so fällt es ihnen schwerer, sich danach zu richten. Demnach sehen Eltern oft die einzige Möglichkeit darin, die Regeln immer wieder zu wiederholen, um sie den Sprösslingen ins Gedächtnis zu rufen. Doch das muss nicht sein. Ein Interview mit Psychologin Anette Kast-Zahn zeigt, wie Eltern da geholfen werden kann.

Zunächst einmal sollte Erziehungsberechtigten klar sein, was genau sie mit der Erziehung erreichen wollen. Kast-Zahn: „Man liest viel über Erziehung, aber wenig darüber, dass Eltern klar sein muss, was sie ihren Kindern überhaupt vermitteln wollen.“ Ein erster Ansatz hierzu sei, dass man darüber reflektiert, was einem an der eigenen Erziehung gefallen hat und was nicht. Natürlich versucht man immer wieder, die Fehler der eigenen Eltern nicht auch selbst zu begehen, während sich dann aber wieder ganz neue Fehltritte auftun. Auch das sollten sich Erziehende immer wieder ins Gedächtnis rufen: man kann einfach nicht alles vollends richtig machen.

Für Kast-Zahn ist Erziehung zweierlei: Einerseits müssten die Bedürfnisse der Kinder befriedigt werden, andererseits müssten sie erkennen, dass nicht alles gut für sie ist. Hier fingen Regeln an. Mit Sicherheit eine Gradwanderung, auf denen man sich als Erziehungsberechtigter da bewegt. Verständlich auch, dass Kindern da oft auch ein wenig die Einsicht fehlt. Ihnen genau das zu vermitteln, dass man es im Grunde gut mit ihnen meint, auch darin sieht die Psychologin die „Kunst der Erziehung“.

Ein weiterer entscheidender Faktor, den sie anspricht, ist die Tatsache, dass in vielen Familien nur situativ gehandelt werde. Regeln sollten grundsätzlich bestehen und nach Möglichkeit nie davon abgewichen werden. Damit könnten sich Eltern sehr viel Kraft sparen, da sie nicht immer neu erklären müssten, dass beispielsweise nur am Esstisch gegessen werden darf. Klar ist allerdings auch, dass Kinder immer wieder versuchen, sich diesen Regeln zu widersetzen. Hier sei der größte Fehler der Eltern das genervte Nachgeben. Je öfter man dazu neigt, sich dem Willen des Kindes zu beugen, desto schwammiger werden aufgestellte Regeln. Das könnte sogar so weit gehen, dass diese gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden.

Kast-Zahn ruft Eltern dazu auf, sich auch inspirieren zu lassen. Sie sei erstaunt, wie lange Erziehungsberechtigte überlegen müssten, bis sie eine Antwort auf die Frage gefunden haben, welche Regeln bei ihnen zuhause gelten. Hierbei kann es hilfreich sein, sich auch mit anderen Eltern zusammenzusetzen und um Rat zu fragen. Oftmals müssen es gar keine Experten sein. Wichtig sei, dass Eltern die Ruhe bewahren und sich nicht selbst „klein“ machten. Bitten und betteln finde bei Kindern keinen Anklang, ebenso wie utopische Drohungen. Daher auch der Hinweis, dass Strafen den Delikten angepasst sein sollten. Diese sollten allerdings angekündigt und vor allem nicht willkürlich sein. Im Idealfall können sich Kinder im vornherein selbst ausmalen, welche Konsequenzen ihr Verhalten nach sich zieht. Das ist ebenso das Prinzip der gemeinsamen Regeln.

So schwer es manchen Eltern auch fällt, Regeln festzumachen und dann auch umzusetzen, sie sind elementarer Bestandteil der Erziehung. Ohne sie geht es eben nicht. In dieser Hinsicht gibt Kast-Zahn sicherlich wertvolle Tipps. Wollen Sie sich da noch weitergehend inspirieren lassen, lesen Sie doch das gesamte Interview:

http://www.sueddeutsche.de/leben/expertentipps-zur-erziehung-eltern-diskutieren-zu-viel-ueber-regeln-1.1493468

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