Schullandkreis Freising: In Bewegung bleiben!

 

Gleich mehrere Angelegenheiten hatte der Freisinger Kreistag in Sachen Realschule Au in der Hallertau am Donnerstagnachmittag abzuarbeiten. Am Ende stand fest: Der Kreistag befürwortet das Projekt. Nicht stattgegeben wurde allerdings einer Forderung von Landrat Michael Schwaiger, gleich auch noch über die Dringlichkeit des Vorhabens abzustimmen. Die sollte über die Frage entscheiden, ob die verschiedenen Schulprojekte im Landkreis nun nacheinander abgearbeitet werden sollten oder ob dem Realschulprojekt Vorrang gewährt werden solle, z.B. noch vor der Sanierung der Berufsschule.

Was aber in jedem Fall erkennbar war: Wie viele anstehende Bauvorhaben im Landkreis Freising mit dem Bereich Schule zu tun haben. Rechnet man die vor noch gar nicht langer Zeit erfolgte Sanierung der VHS mit ein, kann man sogar vom Bereich Bildung sprechen. Und hier scheiden sich die Geister: Sind notwendige Projekte jahrelang verschleppt worden, so dass jetzt akuter Handlungsbedarf besteht, oder schafft die rasante wirtschaftliche und bevölkerungspolitische Entwicklung im Landkreis Freising schlagartig Bedarf?

Doch diese Frage will ich hier nicht entscheiden: Das sollen die Politiker im Wahlkampf austragen, wo das Thema sicher gut ist.

Mir geht es – wie auch sicherlich den meisten meiner Leser – um die Schüler. Denn den unmittelbar Betroffenen kann es letztendlich doch egal sein, ob und gegebenenfalls wer woran Schuld hat. Viel wichtiger ist, dass endlich Bewegung in die Sache gekommen ist.

Momentan sieht es leider so aus, als ob nicht mehr viele der jetzt an den diversen Schulen eingeschriebenen Schüler noch von den Entscheidungen des Kreistages profitieren könnten – Jahre werden vergehen, bis die Vorhaben verwirklicht sind. Denn die vielen anstehenden Baustellen wollen solide finanziert werden.

Aber auch vom Geld will ich hier nicht reden.

Viel wichtiger für die Bürger, die mit Einsatz und Herzblut für ihre Anliegen gekämpft haben, ist die Lehre, die sie aus einem letztendlichen Erfolg ziehen können: Es lohnt sich eben doch in einer Demokratie, sich zu engagieren. Und auch ihre Kinder werden diese Lektion wohl zur Kenntnis nehmen. Eine bessere Maßnahme gegen Politikverdrossenheit gibt es nicht.

Und langfristig wird die Region gestärkt, sollte das Projekt denn endlich einmal verwirklicht werden. Auch die Bildungseinrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil einer jeden Gemeinschaft. Fehlen diese, schwächt das den Bezug zur Heimatgemeinde. Der nördliche Landkreis Freising darf aber nicht abgehängt werden, sofern man die Entstehung einer Art „schwarzen Lochs“ des Landkreises Freising vermeiden will.

Natürlich dürfen aber auch die anderen geplanten Schulprojekte nicht ins Hintertreffen geraten: Die Sanierung der Berufsschule ist eine notwendige und sinnvolle Maßnahme, wie jeder zugeben wird, der auch nur einen Fuß hinein gesetzt hat. Und auch die Realschule Freising hat Anspruch auf die Aufmerksamkeit der Politiker.

Es wird für die Entscheidungsträger ein schwieriger Weg werden, trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht doch in ein Fahrwasser zu geraten, in dem die einzelnen Schulvorhaben gegeneinander ausgespielt werden. Denn tatsächlich sind die finanziellen Mittel endlich.

Doch nach und nach wird sich die Erkenntnis durchsetzen: Es muss sich grundsätzlich etwas ändern im Landkreis Freising. In Zukunft müssen generell sehr viel mehr Mittel für den Bildungssektor locker gemacht werden, wenn man sinnvolle Zukunftspolitik gestalten will.

Darum geht es doch: Investitionen in die Jugend sind Investitionen in die Zukunft.

Freising kann sich dem nicht auf Dauer verschließen. Die beeindruckende Silhouette des Domberges kündet von einer ruhmreichen Vergangenheit, aber wenn wir uns als „aufstrebende Gemeinde im Umland des Flughafens und von München“ betrachten, müssen wir unseren Blick auch auf eine ebenso ruhmreiche Zukunft richten. Die aber wird Umstrukturierungsmaßnahmen im Bereich der Finanzen erforderlich machen.

Das neue Jahrtausend hat gerade erst angefangen. Auf geht´s, „pack ma´s“!

Ihr Abacus-Team, Dr. M. Fritz!

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