Schulpolitik in Freising bleibt Topthema

Immer mehr wird in letzter Zeit unübersehbar, dass das Thema Schule in Freising zu den Topthemen für die Politik der kommenden Jahre gehört.

Nun haben die Freien Wähler im Stadtrat mit der Forderung nach einem Freisinger Schulkonzept einen neuen Anlauf gestartet.

Dabei wurden alle offenen Baustellen – manche sind das leider nicht im übertragenen Sinne – aufgelistet. Kaum ein schulischer Bereich, in dem es nicht Nachbesserungsbedarf gibt.

Dabei schält sich als verbindendes Merkmal in der Regel der akute Platzmangel heraus.

Ob es um die Grundschulen in Pulling und in Vötting oder um die Situation der Grundschule in Lerchenfeld geht (für letztere brachten die FW auch die Möglichkeit einer zusätzlichen Grundschule ins Gespräch) – vor allem die Grundschulen im LKR Freising platzen aus allen Nähten.

Sicher, gemessen an den Problemen in weiten Teilen der Republik fast ein Luxusproblem. Viele Gegenden Deutschlands verzeichnen seit Jahren einen dramatischen Rückgang an Einwohnern. Viele von ihnen kommen in die boomende Region rund um München, darunter auch in den Landkreis Freising. Und die Freisinger scheinen überfordert zu sein mit der Integration der Neueinwanderer.

Denn die Schülerzahlen sind überproportional gestiegen. Was nur heißen kann, dass Freising von den Abwanderern aus anderen Gegenden profitiert. Gerade junge Familien mit Kindern bereichern unseren Landkreis.

Angesichts solcher für uns positiver Nachrichten sollten wir aber nicht vergessen, dass wir auch die Verpflichtung haben, den Zuwanderern und ihren Familien eine gute Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Es reicht eben nicht, stolz auf die Rekordverdächtigen Daten aus der Wirtschaft zu verweisen. Bereits viel früher hätten sich die Gemeinden im Landkreis auf die jungen Familien einstellen müssen. Dazu gehört bezahlbarer Wohnraum, dazu gehören gute Verkehrsverbindungen, dazu gehören aber eben auch Schulen. In letzter Zeit gewinnt man den Eindruck, dass da im ein oder anderen Bereich jahrelang ein wenig geschlafen wurde.

Um aber den erhöhten Nachholbedarf abzuarbeiten, braucht es ebenfalls Jahre. Allein die dafür nötigen finanziellen Mittel sind kein Pappenstiel.

Ich betrachte es schon mal als Erfolg, dass das Thema Bildung und Schule im Landkreis  Freising in letzter Zeit offensichtlich als Politikum entdeckt wurde. Denn das bedeutet, dass der Bedarf ernst genommen wird. Es wäre ja auch ein Wunder gewesen, wenn ausgerechnet im jüngsten Landkreis in Deutschland ausgerechnet die Bildungs- und Schulpolitik kein besonders wichtiges Thema gewesen wäre.

Doch machen wir uns nichts vor: Bis die Bedürfnisse jeder einzelnen Gruppe befriedigt sind, wird es viel Geduld brauchen. Und übrigens auch die Einsicht und Weisheit bei allen Beteiligten, nicht die eine Gruppierung gegen die andere auszuspielen. D.h., dass man nun nicht der Versuchung erliegen darf, z.B. die Sanierung bestimmter Schulen oder Schularten bevorzugt voranzutreiben und dabei die anderen unter die Räder kommen zu lassen. Denn so etwas geschieht leicht, wenn begrenzte finanzielle Mittel auf einen hohen Bedarf treffen. Und wie leicht fühlen sich die zu kurz Gekommenen ungerecht behandelt!

Ich persönlich beneide die Freisinger Politiker also nicht um ihr Amt in den künftigen Jahren, in denen entscheidende Weichen für die Zukunft des Standortes Freising gestellt werden.

 

 

 

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