Tipps zum richtigen Lernen

Das beginnende Schuljahr stellt viele Eltern mal wieder vor eine Reihe von Fragen: Wie viel und wie lange sollten die Kinder lernen? Wie motiviere ich sie? Auf welche Fächer sollte ich das meiste Augenmerk legen?

Alle Jahre wieder dasselbe Theater: Die Sommerferien sind vorbei, und viel zu oft hat man gute Vorsätze bezüglich des Lernens in den Ferien nicht durchgehalten. Schließlich sollten die „lieben Kleinen“ (von denen mich so mancher um Haupteslänge überragt) doch auch ihre Freizeit haben dürfen…

Und dann fängt das neue Schuljahr an und alles, was man im letzten Jahr erreicht hat, ist dahin. Der Einstieg ins Lernen – sprich, die Rückkehr zur im letzten Jahr mühsam erlernten Routine – fällt dem Nachwuchs sichtlich schwer, und die Kids kommen einfach nicht richtig in die Puschen.

Da mittlerweile die Stundenpläne vorliegen, könnte Eltern erst mal mit einem LERNPLAN anfangen. Hier werden Zeiten festgelegt, zu denen gelernt wird. Der Vorteil liegt auf der Hand – man muss nicht jeden Tag aufs Neue ausdiskutieren, wann Tochter bzw. Sohn sich endlich zum Lernen bequemt. Und die bei jedem Schüler latent vorhandene Aufschieberitis wird systematisch abtrainiert – davon kann sie oder er dann das ganze Leben lang profitieren. Wer in der Schulzeit nichts fürs Leben lernt, sondern nur für die Schule, macht etwas falsch.

Wie lange nun soll gelernt werden? Die goldene Regel lautet: Die Lebensjahre sollten den Lernstunden pro Woche entsprechen. Ein Zwölfjähriger lernt also zwölf Stunden in der Woche, ein Sechzehnjähriger lernt sechzehn Stunden. Das ist zu viel? Das arme Kind hat ja gar nichts mehr vom Leben? Dann überlegen Sie sich mal, dass ein minderjähriger Lehrling ebenfalls Vollzeit arbeitet. Sie haben Ihren Sprössling sicher nicht auf die Realschule oder aufs Gymnasium geschickt, damit er dort nichts tut, oder?

Ein Tag – bevorzugt am Wochenende – sollte dabei frei sein, damit sich das Gehirn erholen kann. An Tagen, an denen Nachmittagsunterricht stattfindet, sollte natürlich weniger gelernt werden als an freien Nachmittagen. Sollten Sie feststellen, dass die vielen Hobbies Ihres Kindes mit den Lernzeiten kollidieren, sollten Sie sich eine entscheidende Frage stellen: Wo sehen Sie Ihr Kind später im Leben eher? Im Arbeitsleben oder als Ballerina, Profifußballer, Tennisspieler oder Gitarrist? All diejenigen von Ihnen, die willens und auch fähig sind, ihr Leben lang bis ins hohe Alter einen arbeitsunfähigen, freizeitorientierten jungen Menschen zu unterstützen: Bitte sehr, lassen Sie den Hobbies ruhig den Vorrang. Allen anderen: lesen Sie weiter!

Wie sollten die Lernstunden nun aufgeteilt werden? Nun, da sollte der gesunde Menschenverstand regieren. Es liegt auf der Hand, dass der Nachwuchs seine Zeit primär auf diejenigen Fächer aufwenden sollte, in denen er schlecht ist. Hier hat er wohl den meisten Nachholbedarf. Was er ohnehin schon gut kann, sollte er zwar nicht vernachlässigen, aber es eben auch nicht allein betonen. Sicherlich: Was man gut kann, lernt man lieber. Man hat mehr Erfolgserlebnisse, und das feuert an. Aber es ist nun mal so, dass in der Schule wie im späteren Leben oftmals gerade das zählt, was man nicht so gut kann. Leistungsbereitschaft zeigt sich nicht darin, dass man die angenehmen Dinge tut, sondern gerade darin, dass man sich in das einarbeitet, was einem nicht so liegt.

Das führt zu meinem nächsten Thema: Wie motiviere ich mein Kind? Soll es nicht in erster Linie Freude am Lernen haben?

Meine ganz persönliche Meinung dazu ist, dass nicht alles im Leben Spaß macht. Je eher das Kind das lernt, desto besser. Es wird nicht dauernd im Leben bespielt werden, und spätestens, wenn die Schule zu Ende ist, gibt es für so manchen jungen Menschen ein böses Erwachen.

Natürlich ist es anstrengend, das dem Nachwuchs zu vermitteln.

Aber dafür gibt´s ja schließlich die Nachhilfe.

Herzlichst, Ihr ABACUS -Team/Dr. M. Fritz!

 

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