Resignation der deutschen Bildungspolitik?

 

 

Wirft man einmal einen Blick auf das deutsche Schulsystem, so fällt auf, dass bei Weitem nicht alles so rosig ist, wie es nach außen hin oft den Anschein hat. Die Autonomie der Länder gerät immer mehr ins Wanken, die Verantwortung wird oft auf die Schulen oder aber auch den Bund abgetreten. Immer lauter werden die Kritiken und man hat den Eindruck, es ist wie nach stundenlangen fruchtlosen Diskussionen, in der eine Partei nachgibt und mit einem niedergeschlagenen „Macht doch was ihr wollt“ den Raum verlässt. Sind die Bundesländer tatsächlich schon so weit?

Die Hauptkritikpunkte umfassen sicherlich folgende Aspekte:

 

Erst G9, dann G8 und jetzt wieder zurück? Wie wir bereits in einigen Artikeln in diesem Blog berichtet haben, gehen Eltern und auch SchülerInnen immer mehr auf die Barrikaden. Zu viel Stoff, zu wenig Zeit. In Schleswig-Holstein ist man bereits so weit, die Gymnasien selbst entscheiden zu lassen und auch NRW und Hessen werden diesbezüglich wohl bald nachziehen. Soll diese Entscheidung zukünftig nun jedes Gymnasium selbst treffen? Dabei ist doch der Wunsch nach Einheit immer wieder klar zu vernehmen.

 

Immer noch mäßige PISA-Ergebnisse. Irgendwo scheint ja der Wurm drinnen zu sein. Zählt die deutsche Bildung nicht noch immer weltweit zu den Besten? Leider spiegelt sich das im internationalen Vergleich kaum wieder. Noch immer hinken deutsche SchülerInnen hinterher und man fragt sich, was beispielsweise Finnland so viel besser macht. Es herrscht schlichtweg Uneinigkeit darüber, wo angepackt werden muss. Natürlich werden Maßnahmen zur Verbesserung der Bildung durch die Diskussionen um das Schulsystem nicht wirklich vorangebracht.

 

Sinkende Schülerzahlen. Dass Deutschland immer älter wird, ist kein Geheimnis mehr. Folgerichtig brauchen wir eben nachwachsende Generationen. Nicht zuletzt auch weil in der heutigen Zeit ein Realschulabschluss schon fast Pflicht ist, stehen viele Hauptschulen vor dem Aus. Schließungen stehen unweigerlich bevor und man fragt sich, wie man das alles auffangen soll. Ob eine Gesamtschule tatsächlich der richtige Weg ist? Fragen über Fragen, die den Politikern Kopfzerbrechen bereiten.

 

Die steigende Verantwortung für die einzelnen Schulen macht sich bemerkbar. Schulleiter klagten über ein Gefühl der Zerrissenheit zwischen ihren Aufgaben als Geschäftsleute und Pädagogen, so ein Experte. Ein weiterer prophezeit, die Selbstständige Schule wird an ihrer eigenen Verantwortung ersticken.

 

Mehr Autonomie für die Schulen scheint zunächst einmal nichts Schlechtes zu sein. Verständlich aber auch, dass diese, wie gerade angerissen, vielen andere Aufgaben haben und in erster Linie einen reibungslosen Ablauf des Schulalltags gewährleisten müssen. Zumindest Unterstützung der Regierungen sollte da sein, wenn schon augenscheinlich das Handtuch geworfen wurde. Bildungsforscher Wilfried Bos sagt dazu: „Ich glaube nicht, dass Schulleitungen für diese neuen Aufgaben genug fortgebildet und unterstützt werden. Das ist eine große Baustelle“. Dass bereits nicht wenige Schulleiterstellen vakant sind, unterstreicht seine Aussage (allein in Niedersachsen handele es sich um 355 Stellen).

 

Es ist immer leicht, Politik zu kritisieren. Doch gerade im Schulsektor sind besonders in den letzten Jahren nicht wenige fragwürdige Entscheidungen getroffen worden. Dass aber jeder machen soll, was er will, ist sicherlich nicht der richtige Weg.

Mehr zu diesem Artikel finden Sie hier:

http://www.focus.de/schule/schule/bildungspolitik/bildungsqualitaet/tid-26799/schulen-unter-druck-das-macht-doch-was-ihr-wollt-system_aid_794382.html

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