Wohin mit dem Nachwuchs in Landkreis Freising?

Zu den Problemen, die uns auch in Freising jederzeit wie eine tickende Zeitbombe um die Ohren fliegen könne, gehört das der fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten für den Nachwuchs. Dies betrifft natürlich gerade die jüngeren Schüler. Das Problem birgt besonders deshalb so viel Streitpotenzial, weil für die betroffenen Eltern so viel davon abhängt. Denn wer nicht weiß, wohin mit dem Kind, muss schlimmstenfalls sogar Jobangebote ablehnen.

Da hilft es auch nichts, in der Boomregion der Flughafenperipherie zu wohnen, in der ja bekanntlich fast Vollbeschäftigung herrscht. Das kann dann sogar das Leben zusätzlich erschweren, denn unser Landkreis zählt zu den Gegenden mit den höchsten Mieten im ganzen Land. Wir haben mancherorts fast Münchner Verhältnisse. So wiesen die Freisinger Wohlfahrtsverbände gerade dieser Tage wieder auf die zunehmende Verarmung angesichts der teuren Lebenshaltungskosten hin. Es ist ein Problem, das deutschlandweit schon seit Jahren besteht: Alles, was zum täglichen Lebensunterhalt gehört, wird teurer. Billiger werden eigentlich nur die Löhne der Arbeitnehmer im unteren Einkommenssegment. Gerade diese Klientel ist auf eine flächendeckende Versorgung mit günstigen, aber hochwertigen Hort- und KiTa-Plätzen angewiesen. Denn nur wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten, können sie ein Abrutschen in die Armut verhindern oder zumindest abmildern. Ich darf daran erinnern: In Deutschland sind selbst in Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer zunehmend auf staatliche Transferleistungen angewiesen. Dank der Lohnpolitik der letzten Jahre. Denn nur so lassen sich die Gewinne maximieren. Und wir wissen ja, dass jede Bestrebung, die darauf zielt, dass sich Arbeit wieder lohnt, sofort mit dem Argument von ansteigender Arbeitslosigkeit abgebügelt wird. Und mit Griechenland hat man ja ein schönes, abschreckendes Beispiel mit gutem Drohpotential, mit dem man die ArbeitnehmerInnen schön einschüchtern kann.

Also müssen weiterhin eben beide Eltern in Vollzeit ran. Und da wird es in den kommenden Monaten zu einer gewissen Frustration kommen. Denn die von der Politik vollmundig versprochene, ja garantierte Unterbringung er Kinder wird sich nicht realisieren lassen. Es fehlen allerorten geeignete Möglichkeiten.

Die Kommunen fühlen sich von den übergeordneten Institutionen im Stich gelassen. Viele von ihnen haben schlicht nicht genug Geld, um die Wahlversprechen der Bundespolitiker in die Tat umzusetzen. Und wie nun in der SZ zu hören war, ist es um die Einklagbarkeit der geleisteten Garantien auch nicht allzu weit her: Wer den juristischen Weg beschreiten möchte, hat schlechte Chancen. Doch eine Zusage, auf die ich mich vor Gericht nicht berufen kann, ist nicht das Papier wert, auf das sie geschrieben wurde.

Nun hätte ja jedem von vorne herein klar sein müssen, dass das Versprechen von Politikern meist nicht allzu viel wert ist. Dass da eine ganze Reihe von juristischen Winkelzügen versteckt sein würde, die aus der „Garantie“ mehr oder weniger ein vages Versprechen machen, hätte man sich doch denken können. So werden die Besserwisser tönen.

Doch dieser Zynismus ist der Luxus der Kinderlosen. Viele Eltern haben auf die Pläne der Politik gebaut. Sie sind mit einem weiteren Problem verbunden: Ununterbrochen wird das Kinderkriegen propagiert. Denn auch demographische Zeitbombe tickt; wer soll in Zukunft die Renten bezahlen, und vor allem: Wer soll einmal die Staatsschulden abbauen, die wir zukünftigen Generationen hinterlassen? Eine zahlenmäßig ausreichende, gut ausgebildete junge Generation ist buchstäblich Gold wert, auch wenn die Rating-Agenturen diesen Faktor anscheinend noch nicht in die Beurteilung der Kreditwürdigkeit eines Landes einbeziehen.

Insofern geht uns das Problem alle an.

Für die Bewohner des Landkreises Freising hoffe ich, dass das Projekt „KITA“ nicht zum Fiasko wird. Denn vergessen wir eines nicht: Es geht um Menschen.

 

Herzlichst, Ihr Abacus – Team/Dr. M. Fritz!

 

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