Heranwachsende und moderne Medien

Der technische Fortschritt ist in den letzten Jahrzehnten sehr stark vorangetrieben worden und heute spielen Internet und Smartphone eine entscheidende Rolle, gerade auch unter den Heranwachsenden. Das Blogger-Paar Tanja und Johnny Haeusler äußerte sich hierzu in einem Interview dazu und riefen Eltern zu mehr Liberalität auf. Kinder sollten nicht bedingungslos davon ferngehalten werden, vielmehr können moderne Medien den Alltag bereichern. In einer Zusammenfassung wollen wir Ihnen die wichtigsten Eckpunkte weitergeben.

Wenn Kinder über ihren Smartphones hängen, sei das zunächst nicht zu verteufeln. Dies sei nun einmal der moderne Pausenhof. Das Paar unterstreicht, dass eine Schulwoche schlichtweg zu vollgepackt sei, um noch vernünftig Kontakt pflegen zu können. Daher sollten Eltern gar dankbar sein, wenn ihre Kinder den Drang nach Austausch mit ihren Freunden verspürten. Dies sei schließlich eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Ein weiterer Punkt ist, dass ein entscheidender Großteil Heranwachsender bereits bei sozialen Netzwerken vertreten ist. Verbieten die Eltern nun mit aller Kraft, dass Kinder Teil dessen wird, machen sie sie irgendwann womöglich zu Außenseitern. Schlimmer noch legen sich Letztere dann heimlich ein Konto an und nutzen die Netzwerke hinter dem Rücken der Eltern. Notgedrungen, will man ja nicht als Einzige(r) außen vor bleiben. Verständlicherweise haben die Erziehungsberechtigten aber Sorge um deren Sprösslinge, bietet das Internet viele Gefahren und ist kaum nachzuvollziehen, was da genau getrieben wird. Hier rät das Blogger-Paar dazu, gerade bei jüngeren Nutzern das Kennwort zu wissen, jedoch nicht um zu spionieren. Weiterhin sollte den Kindern klar gemacht werden, dass alles, was im Internet geschieht, von vielen Seiten eingesehen werden kann, womit gerade der Umgang mit sensiblen Daten gemeint ist. An und für sich seien soziale Netzwerke aber nicht zu verteufeln.

Gerade bei Smartphones sollten klare Regeln herrschen. Beispielsweise beim Essen oder anderen gemeinsamen Aktivitäten sei es schlichtweg unhöflich, mit gesenktem Kopf über dem Mobiltelefon zu hängen. Hier sollte gemeinsam entschieden werden, in welchem Rahmen diese zu verwenden sind und wann auch mal Schluss damit ist. Haeuslers raten beispielsweise dazu, die Ladegeräte in Gemeinschaftsräumen zu haben, sodass die Geräte nicht auch im Kinderzimmer verwendbar sind und spätestens abends nicht mehr in die Hand genommen werden können.

Auch im Bereich des Computerspielens sollten Eltern nicht zu streng sein. Natürlich sollten sie eingreifen, wenn sie merken, dass das Kind allein vor der Mattscheibe versauert. Aber auch die virtuellen Spiele können Gemeinschaftsaktivitäten darstellen. Dazu sei es wichtig, die Konsolen im Wohnzimmer zu haben, sodass Eltern auch einen Einblick haben, was genau gespielt wird und wie die Kinder reagieren. Kinder sollten vor übermäßigem und falschem Konsum ebenso geschützt werden wie vor Alkoholmissbrauch, so das Paar. Hier ist es also auch an den Eltern, die Materie ein wenig kennen zu lernen. Das kann ebenso gemeinsam geschehen, oftmals seien Kinder begeistert, wenn sie merken, dass sie ihren Eltern noch etwas über das Internet oder ein Computerspiel beibringen können.

Sicher ist es aber auch wichtig, die Bewegung nicht zu vernachlässigen. Diese stellt nach wie vor einen wichtigen Faktor dar, der auch als Ausgleich für einen langen Schultag nicht zu unterschätzen ist. Doch Abkommen zu treffen, bei dem eine Stunde auf dem Bolzplatz zu einer Stunde vor dem Bildschirm verhelfe, sei laut Tanja Haeusler der falsche Ansatz. Damit gewinne der Computer nur noch mehr an Reiz.

Ebenso sollte auch den Smartphones der richtige Platz im Alltag eingeräumt werden. Mit einem etwas wachsamen Auge der Eltern kann dies gelingen. Entscheidend ist hierbei aber die Rolle der Eltern, gerade auch, was ein Vorbildverhalten anbelangt.

Sollten Sie einige interessante Ansätze vernommen haben, können Sie das gesamte Interview unter folgendem Link nachlesen:

http://www.sueddeutsche.de/leben/expertentipps-zur-erziehung-teenager-brauchen-das-internet-als-pausenhof-1.1515094-3

Vielleicht sollten Sie auch noch das neue Buch vom renomierten Neurowissenschaftler Prof. Dr.Dr. Manfred Spitzer lesen: Digitale Demenz.

2 Kommentare

  1. [...] worauf unser Lernberater Jürgen Chitralla aus Bayern in seinem Blog-Artikel “Moderne Medien” hingewiesen hat. In diesem Zusammenhang sei auch Hirnforscher Prof. Spitzer erwähnt, [...]

  2. […] ein hilfreiches Buch im Umgang mit den neuen Medien ist sein Buch:Digitale Demenz. Wir wollen doch das Beste für unsere Kinder und Jugendliche! Leider deckt sich dieses Ansinnen […]

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