Initiative fürs Lesen: Weihnachten naht – wie wär´s mal mit einem Buch?

Das Buch: Ein  Weihnachtsgeschenk?

Quelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Alle Jahre wieder… stellt sich für Eltern, Großeltern und andere Verwandte wieder dieselbe Frage: Was bloß soll ich dem Nachwuchs schenken?

Freilich, an Wünschen ist in der verzogenen Generation der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen kein Mangel. Und schaut man dann auf den Wunschzettel, der in manchen Familien eher dem Bestellschein für einen Großversand ähnelt, werden gerade Großeltern oft etwas verwirrt, und so mancher mag sich denken: „Hat sich das Enkelkind da einen Scherz erlaubt? Oder haben die erwachsenen Kinder unbemerkt ein Kind aus einem außereuropäischen Land adoptiert? Ist das eine Fremdsprache? Was bitteschön ist ein iPad? Ist da ein Buchstabendreher passiert? Wo kriege ich so ein Ding überhaupt? Ist das was zum Gesichtabwischen? Oder so ein Einsatz für eine dieser neumodischen Kaffeemaschinen?

Und dann der nächste Wunsch auf der Liste… liest sich das ausgesprochen wie „Wi-römisch Zwei“ oder doch eher Wi-i oder Wie? Mein Gott, das wird wieder mal peinlich im Geschäft, wenn ich da dann vor so einem rotznasigen Milchgesicht von Verkäufer stehe und nicht weiß, wie ich das aussprechen soll…“.

Früher sagte man in Freising in solchen Fällen ja einfach: „A Buach kriagst, und jetz gib a Ruah!“.

Nur leider funktioniert das so nicht mehr. Die Kinder haben die Macht übernommen. Bekanntlich geht Mensch ja immer mit den Ressourcen am sorgfältigsten um, die die knappsten sind. Und seitdem Kinder in den meisten Familien zur Mangelware geworden sind, überschlagen sich ganze Heerscharen dienstfertiger Großeltern, Eltern, Tanten und Onkel, um dem kleinen (oder auch schon etwas größeren) Hoffnungsträger jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Kaum, dass der noch gelernt hat bis Weihnachten zu warten. Nein, in Zeiten der jederzeitigen und sofortigen Befriedigung aller Wünsche haben Kinder das ohnehin verlernt. Und so bürgert es sich in manchen Sippen zusehends sogar ein, dass die Weihnachtsgeschenke vom Wunschzettel sofort nach Erwerb zu überreichen sind. Und dann selbstredend trotzdem an Weihnachten der Boden zu Füßen des Baumes gefälligst vor lauter Geschenkpäckchen nicht mehr zu sehen sein darf. Doch auch da sind nicht alle Geschenke gern gesehen: gewisse Standards müssen schon eingehalten werden, will man in der Gunst des Sprösslings nicht hinter den anderen Verwandten zurückbleiben.

Das Komische daran ist ja, dass viele der Schenkenden dabei die ganze Zeit an einem Bild von Weihnachten festhalten, wie sie es aus ihrer eigenen Kindheit kennen und gewohnt waren. Über Generationen haben Erwachsene gerade an diesem Fest immer voller Rührung an ihre eigenen Kindheit und Jugend gedacht. In den Kindern der Großfamilie erkannten sich die Erwachsenen wieder. Und suchten die Magie ihrer Jugendtage in den leuchtenden Augen der nachfolgenden Generationen. Was übrigens ganz in Ordnung war: Schließlich ist es der Sinn von Festen, die Kontinuität der Tradition zu wahren. Daher schenkte man lange Zeit immer dieselben Dinge zu Weihnachten, nämlich die, die man aus seiner eigenen Jugend kannte.

Davon ist nicht viel übrig geblieben: Wir leben in Zeiten einer Kulturrevolution, und wir merken es gar nicht. Also gibt es Technikschrott mit einer Halbwertszeit bis zur nächsten Computermesse anstatt bleibender Werte, die man noch nach Jahren in die Hand nimmt und dabei mit großer Zärtlichkeit an den verstorbenen Großvater zurückdenkt.

Aber das muss nicht so sein: Versuchen Sie es doch mal mit einem Buchgeschenk. Und wer weiß? Vielleicht wecken Sie damit Interessen in dem Beschenkten, die sonst verkümmern würden? Auch für einen Einstein hat die Liebe zur Physik einmal mit einem Buch angefangen. In jedem Fall ist Lesen eine lebenslange Reise, deren verschlungene Wege zu Beginn niemand kennt. Gönnen Sie ihren Kindern und Enkeln diese Erfahrung.

Herzlichst, Ihr ABACUS-TEAM/ Dr. M. Fritz!

 

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