Thema Erziehung: Regeln gemeinsam festlegen…

 

Wie oft sehen sich Eltern ihren Kindern gegenüber in Diskussionen um die verschiedensten Dinge wie Taschengeld, Ausgehzeiten oder Medienkonsum. Klar haben die Sprösslinge immer etwas lockerere Vorstellungen, wohingegen die Erziehungsberechtigten darauf bedacht sind, sie zu schützen und ihnen klar zu machen, wie wichtig Grenzen sind. Dass andere Eltern solche Dinge aber erlaubten, wird zum Beispiel nicht selten als Gegenargument verwendet. Und das sei keineswegs schlecht, sagt Psychologe Andreas Engel.

 

 

Er ist der Meinung, Kinder lernten zu argumentieren und sich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen. Es ist immer gut, wenn Heranwachsende ihre eigenen Beobachtungen machen. Oftmals fehlt ihnen allerdings die Weitsicht, diese dann auch objektiv zu bewerten. Bis spät abends wegzubleiben mag zwar für den Moment attraktiv wirken, doch steht am nächsten Morgen eine wichtige Prüfung an – womöglich auch unerwartet – ist es doch besser, zunächst einmal zu verzichten. Das eigene Vergnügen steht natürlich oft im Vordergrund, doch sind Schule und Ausbildung wichtig für den späteren Lebensweg. Das ist Eltern stets mehr als bewusst. Doch es muss doch nicht so weit kommen, dass deren Kinder erst durch schlechte Noten zur Vernunft kommen.

 

Doch verlieren Eltern nicht an Autorität wenn sie sich in Diskussionen einlassen und auch bereit sind, Regeln etwas zugunsten  des Kindes zu lockern? Im Gegenteil, meint Engel: “Die demokratische Autorität der Eltern steigt dadurch, wenn sie mit ihren Kindern diskutieren und verhandeln”. Hierbei ist natürlich ein sachlicher Rahmen wichtig. Die Kinder sollten das Gefühl vermittelt bekommen, dass es den Eltern nicht um willkürliche Ausübung ihrer Macht geht, sondern dass ihnen deren Wohl wirklich am Herzen liegt. Die Vorschläge der Heranwachsenden sollten ernst genommen werden. Nur bei besonders utopischen Vorstellungen, wie zum Beispiel unbegrenztem Medienkonsum, sollten Eltern klar machen, dass so etwas dem Kind nur schade. Es ist unabdinglich zu erklären, Zusammenhänge aufzuzeigen und dem Sohn oder der Tochter so klar zu machen, dass man in ihrem eigenen Interesse handelt. Wenn beide Seiten bereit sind, von ihrem Standpunkt auf den anderen zuzugehen, können nachhaltige Regeln entstehen, die für beide Parteien akzeptierbar sind.

 

Solche gemeinsam aufgestellten Kompromisse können dann im Nachhinein unangenehme Diskussionen umgehen. Eltern so wie auch Kinder können sich dann darauf berufen. Daher ist es wichtig, wirklich zu überlegen, inwieweit man als Elternteil Zugeständnisse macht. Denn leider werden derartige Diskussionen immer mehr zum Sonderfall. Eltern sind oft überladen mit Arbeit und Stress, sodass sie Auseinandersetzungen im eigenen Hause lieber abwenden. Doch diese sind in einer Beziehung unvermeidbar. Geht man diese richtig an, können sie sogar förderlich für das Zusammenleben sein. Mit ein wenig Überwindung kann so ein Rahmen für eine funktionierende Erziehung geschaffen werden.

 

Engel grenzt hiervon aber Dinge wie regelmäßige Zahnarztbesuche oder Impfungen ab. Diese Entscheidungen könne man nicht den Kindern überlassen, das sei definitiv Aufgabe der Eltern. Hier geht es eindeutig darum, die Heranwachsenden zu schützen und das ist doch unterm Strich das, worum es Eltern immer geht. Doch wie es Engel eben auch empfiehlt, es kommt auch darauf an, wie man als Autoritätsperson damit umgeht und wie man es vermittelt. Erziehung ist eben immer auch Beziehung.

Hier gibt es noch mehr zum Thema:

http://www.welt.de/newsticker/news3/article108456446/Regeln-mit-Kindern-gemeinsam-aushandeln.html

Ein Kommentar

  1. [...] Bereichen sieht man sich Überforderung ausgesetzt. Nicht selten wird dieser Druck auch auf die Erziehung der Kinder weitergegeben. Es wird debattiert, wie man am besten zu erziehen hätte und was das [...]

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