Thema Erziehung…

Ein Wort zu moderner Erziehung

 

Kinderpsychiater Michael Winterhoff hat sich als Buchautor einen Namen gemacht und zählt zu den wichtigsten Verfassern von Erziehungsberatern unserer Zeit – der auch nicht weniger in der Kritik steht. Seine These: Kinder seien durch Eltern und Erzieher überfordert, die in ihnen gleichberechtigte Partner sehen und sie somit ihrer Kindheit berauben. In einem Interview mit der Welt am Sonntag äußerte er sich nun zu der derzeitig heranwachsenden Generation und moderner Erziehung.

 

Zunächst kritisiert er den fehlenden Willen der Kinder und Jugendlichen, sich durch eigene Leistungen weiterzuentwickeln. Er betitelt das mit ’Ich-Leistungen’. Zwar versuchten diese, in die Zukunft zu blicken, allerdings arbeiteten sie nicht wirklich für sich. Hierfür sieht er zwei Gründe: Einerseits gebe es immer mehr Jugendliche, die eher kindlich denken und gerade nicht in Eigenverantwortung gehen. Andererseits werden gut begabte Kinder von den Schulen zu wenig gefordert, als dass diese nachhaltig auf ein anspruchsvolles Leben vorbereitet werden. Geht der Trend tatsächlich in diese Richtung? Sicherlich eine harte Aussage, der man einen gewissen Wahrheitsgehalt nicht absprechen kann. Gerade auch sein Vorschlag, Kinder sollten ein Instrument lernen um sich selbst etwas zu erarbeiten, ist sicherlich ein guter Ansatz. Bei alledem sollte jedoch nicht vergessen werden, dass man nicht alle über einen Kamm scheren kann und individuelle Unterschiede eine ebenso wichtige Rolle spielen.

 

Doch wie er selbst sagt, ist die eingangs erwähnte Partnerschaftlichkeit in der Beziehung gar nicht vorherrschend, ‚konventionelle Erziehung’ hingegen schon. Sehr viele Beispiele zeugen davon, dass Jugendliche gar nicht so sehr an die Gesellschaft angepasst und unzuverlässig, unpünktlich und unselbstständig sind. Andernfalls müsste man davon ausgehen, dass als mündig angesehene Kinder später überangepasst ins Leben starten. Hier sieht er eben genau das Manko: Kinder hätten keine echte Kindheit mehr und würden als älter angesehen, als sie es eigentlich sind. Beide Szenarien scheinen also keine befriedigenden Resultate zu liefern. Eine gesunde Mischung scheint ein Kompromiss zu sein: Ein Kind, das Kind sein darf mit einer gewissen Freiheit, auch selbst entscheiden zu können – Utopie oder Ideal?

 

Er geht noch einen Schritt weiter und sieht die partnerschaftliche Erziehung gar als Grund dafür, dass Kinder auf dem Entwicklungsniveau von 5-6 Jahren stehen blieben. Sie hätten keine Frustrationstoleranz, keine soziale Kompetenz und seien nur lustorientiert. Aufgrund eigener Beobachtungen sieht er sich bestätigt: LehrerInnen gäben bereits 70% solcher Fälle in ihren Grundschulklassen an.

 

Man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass man im Bereich Erziehung eigentlich nur noch alles falsch machen kann. Wie bereits angesprochen, sind die Beobachtungen Winterhoffs sicherlich zu einem gewissen Grad deckungsgleich mit der Realität. Allerdings spielt natürlich auch die Individualität eine entscheidende Rolle. Es ist immer schwer, die ‚richtige’ Erziehung von außen her festzumachen.

 

Im Grunde bleibt dann aber noch die Frage danach, wie man am besten mit Missständen umgeht. Die Zahlen der wahrgenommenen Kinderpsychiatertermine sprechen da schon für sich. Diese sollten nämlich nicht zur Normalität und nur im äußersten Falle in Erwägung gezogen werden. Erziehung ist immer auch ein Miteinander. Haben wir heutzutage nur verlernt, uns dies zu Herzen zu nehmen? Oder ist auf der anderen Seite vieles gar nicht so schlecht, wie es scheint?

 

http://www.welt.de/print/wams/kultur/article108800374/Wer-ist-hier-der-Tyrann.html

 

Herzlichst,
Ihr Einzelnachhilfe-Experte von ABACUS-Nachhilfe für die Landkreise Dingolfing-Landau, Freising, Landshut, Rottal-Inn und Straubing-Bogen

Jürgen Chitralla!

 
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