Thema: Kinder und Streiten…

Kinder auch mal streiten lassen

Nicht immer kann alles nur rosig sein: dort, wo Menschen zusammenkommen, ist immer auch Raum für Streit. Gerade im privaten Bereich und in der Erziehung ist dies fast unvermeidbar. Klar, Meinungsverschiedenheiten sind keine Seltenheit, man fühlt sich ungerecht behandelt, usw.. Wenig verwunderlich also, dass auch schon Kinder in Konflikte miteinander und den Eltern geraten. Woher nun auch die Differenzen rühren mögen, es ist wichtig, diese Situationen richtig anzugehen. Experten raten hierbei, nicht immer sofort einzuschreiten, sondern dem Streit durchaus auch mal Raum zu geben. Kann Streit mit anderen Kindern also gar etwas Positives in der Entwicklung eines Heranwachsenden darstellen?

Ja, denn Streit gehöre einfach zur Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, sagen Experten: „Durch Konflikte können sie lernen, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu formulieren und sich gegen andere durchzusetzen. Außerdem erleben sie, dass sie mal gewinnen und mal verlieren und dass es wichtig ist, Kompromisse zu schließen“. Natürlich ist das nicht allgemeingültig so hinzunehmen. Doch grundsätzlich ist es wichtig, dass auch schon Kinder lernen, mit Meinungsverschiedenheiten umzugehen. Dies trage dazu bei, es im späteren Leben leichter zu haben, was Gruppenverhalten anbelangt. Sowohl sich selbst durchzusetzen, als auch den anderen zu akzeptieren sind zwei konträre Fähigkeiten, die aber beide erlernt sein mögen. Hierbei geht es also darum: ‚Wie streite ich richtig?’ Für Kinder sei da ein Aspekt, Lösungen selbst zu finden. Daher sollten sich Autoritätsinstanzen wie Eltern oder ErzieherInnen zunächst einmal etwas zurücknehmen, wenn mal wieder zwei Kinder aneinander geraten.

Natürlich bedeutet das nicht, dass sich Erstere nun zurücklehnen und den Schlichtungsfähigkeiten der Heranwachsenden vertrauen sollten. Bei kleineren Auseinandersetzungen ist das sicherlich möglich, doch wie schnell eskaliert eine Situation? Deshalb ist es wichtig, ein gewisses Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen und zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt zur Intervention gekommen ist. Darin sehen nämlich Experten folgenden Effekt: Streithähne durch ein Machtwort zu trennen, löse das Problem nicht, es vertage es nur. Dass eine Lösung gefunden werden muss, steht aber außer Frage. Doch kann man auf der anderen Seite Erwachsene verstehen, die bei länger anhaltenden Konflikten auch mal die Geduld verlieren. Diese sollten sich aber vor Augen halten: Sollte ein Streit an einer anderen Stelle wieder hochkochen, tue er das meist umso heftiger.

Wie sollte man sich also verhalten? Es wird in erster Linie dazu geraten, ruhig zu bleiben, sich Zeit zu nehmen und zu versuchen, beide Seiten zu verstehen. Darüber hinaus sei zu unterlassen, Stellung zu beziehen. Bestenfalls verstehen die Kinder die Position des anderen und können so besser mit einem Kompromiss leben. Diese sollten ebenso gewisse Regeln erlernen, um richtig streiten zu können. Hierzu gehöre, den anderen ausreden zu lassen, nicht laut zu werden und weder körperlich noch seelisch zu verletzen. Unter diesen Umständen kann Streit in der Tat zur persönlichen Entwicklung eines Kindes beitragen.

Was hierbei allerdings nicht vergessen werden sollte, ist die Vorbildfunktion der Eltern. Natürlich ist es wichtig, dass diese ein entsprechendes Verhalten vorleben und unter anderem auch die angesprochenen Regeln befolgen. Gerade was im Umfeld eines Kindes geschieht, nehmen diese schnell auf und verinnerlichen derartige Verhaltensweisen. Daher erscheint es dann wenig verwunderlich, wenn auch Kinder ähnliche Muster an den Tag legen:

„Eltern, die sich in Anwesenheit ihrer Kinder lautstark beschimpfen, müssen sich nicht wundern, wenn die Kinder es ihnen gleichtun.“

http://www.fr-online.de/wissenschaft/erziehung-lasst-die-kinder-streiten,1472788,17231444.html

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2 Kommentare

  1. Paul sagt:

    Ein schwieriges Thema. Da immer das richtige zu tun fällt jedesmal neu schwer.
    Das wichtigste bleibt aber das, was Sie im letzten Teil des Artikels erwähnt haben: Das Vorleben durch die Eltern!

  2. [...] richtige Auswahl bei der Kindererziehung unter den vielen möglichen zur Disposition stehenden Erziehungsmethoden zu treffen mag manchmal verwirrend, in Anbetracht der Bedeutsamkeit der Konsequenzen sogar [...]

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