Dem Bildungsstress entgegenwirken…

 

Die deutsche Bildung scheint immer mehr Opfer zu fordern: SchülerInnen und Studierende werden oftmals mit dem ihnen auferlegten Stress nicht mehr fertig, schlaflose Nächte sind somit vorprogrammiert. Schulen und Universitäten verzeichnen hier ähnliche Tendenzen und man fragt sich, wie man dem ständig wachsenden Leistungsdruck entgehen kann. Experten sehen verschiedene Ursachen dafür, doch zeigen sie auch, wie man am besten damit umgehen sollte.

Jedes sechste Kind fühlt sich laut einer 2011 aufgestellten Studie nicht wohl in dessen schulischem Umfeld. Woher diese Unzufriedenheit auch rührt, dies kann sich nicht positiv auf die Noten auswirken. Und die zählen heutzutage ja fast schon mehr als eigentliche Begabungen. Allerdings vermitteln nicht zuletzt auch die Medien, dass jeder ein Zuckerberg werden könne, so Experten. Wer nichts Besonderes vorzuweisen habe, fühle sich schnell als Versager. Ein Teufelskreis also in dem man sich erdrückt fühlt und der die Angst vor der Zukunft nur noch mehr schürt. Selten zuvor war die Furcht vor einer bevorstehenden Arbeitslosigkeit größer als in diesen Zeiten. Verständlicherweise, denn wenn dies von überall her so suggeriert wird, neigt man schnell dazu, nur noch derartigen Meldungen in den Nachrichten Aufmerksamkeit zu schenken. Hierzu sollte sich ein jeder mal das unmittelbare Umfeld ansehen: Gibt es denn tatsächlich so wenig Hoffnung, wenn man sich einmal vor Augen führt, dass doch viele um einen herum eine Anstellung bekommen haben? Ist das in den Medien also nur Panikmache? Ein differenzierteres Bild dessen, was vermittelt wird, ist also durchaus von Vorteil. Es ist leicht, das Negative in den Vordergrund zu rücken, wenn das Positive nie Raum bekommt.

Einen weiteren Grund für die Unzufriedenheit der Lernenden sehen Experten in den Erwartungen der Eltern. Schon in der Grundschule wird der Kurs eindeutig auf ’Gymnasium’ gesetzt, alles andere ist undenkbar. Dies geht sogar so weit, dass Drittklässler Tränen in den Augen hätten, weil sie ’nur’ eine 3 geschrieben haben und zuhause dafür Ärger bekämen, so ein Schulleiter. Ein erschreckendes Szenario, führt man sich einmal vor Augen, dass es damit nicht getan ist. Eine gewisse Ohnmacht seitens der Kinder kann sich einstellen und die Serie der mittelmäßigen oder schlechteren Noten reißt nicht ab. Psychologen sind sich einig, dass dies sogar bis zu Aggression führen kann: „Die Schule wird zum Hassobjekt“.

Wie also kann dem konkret entgegen gewirkt werden? Michael Winterhoff, Autor des Buches ’Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden’ sagt hierzu, dass Kinder jemanden brauchen, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt, bei vielen Eltern müsse heute immer alles schnell gehen. Doch von heute auf morgen kann man nun einmal nicht zum Mathegenie werden. Sein Tipp ist, auf einen mehrstündigen Waldspaziergang zu gehen und sämtliche Störfaktoren wie das Handy zuhause zu lassen. Der Tunnelblick verschwinde somit und man bekäme die nötige Distanz zu den Problemen des Alltags.

Auch seitens der Schulen sollte mehr individuelle Unterstützung kommen. Erste Konzepte hierzu gibt es bereits, die allerdings nur sehr vereinzelt Anwendung finden und dies auch nicht immer kritiklos. Wie so oft scheint es auch hier nicht den perfekten Mittelweg zu geben.

Allerdings gibt es doch den einen oder anderen Tipp, wie man sich rüsten kann: „Eltern sollten gelassener werden, Lehrer neuen Unterrichtsformen gegenüber aufgeschlossen sein und Lehrpläne sich an den Bedürfnissen von Kindern orientieren.“ Selbst das Abitur nach 12 Jahren wäre dann gar nicht mehr so schlimm, wie es manchem Kritiker derzeit noch erscheinen möge.

http://www.welt.de/print/wams/wissen/article108800409/Rezepte-gegen-Stress-in-der-Schule.html

Herzlichst, Ihr ABACUS Team!

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Ein Kommentar

  1. [...] dem entgegenzuwirken, haben die Bildungspolitiker auch schon reagiert. Neben dem viel diskutierten G8 steht aber auch das Konzept einer Gesamtschule, sprich Haupt- und Realschule zu vereinen. Hierdurch [...]

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