Wie Kinder ihre Erziehung sehen…

 

In der heutigen Zeit wächst der Druck auf Berufstätige immer mehr. Nicht nur in der freien Wirtschaft ist dies der Fall, in schier allen Bereichen sieht man sich Überforderung ausgesetzt. Nicht selten wird dieser Druck auch auf die Erziehung der Kinder weitergegeben. Es wird debattiert, wie man am besten zu erziehen hätte und was das Beste für die Heranwachsenden sei. Doch wird bei all den Diskussionen und Untersuchungen nicht ein wichtiger Teil vergessen? Denn in keiner dieser Erhebungen kommen die Kinder selbst zu Wort. Zu diesem Schluss ist eine 14 jährige Berlinerin gekommen und hat sich einen Fragenkatalog überlegt, den sie 120 Gleichaltrigen unterbreitet hat. Die Ergebnisse sollten doch etwas verwundern.

 

30 Fragen hat sie aufgestellt, die nach folgendem Schema verfasst sind:

-           Machen dir deine Eltern Druck für die Schule oder lassen sie dich selbst

entscheiden?

-           Wie wirst du bestraft und wofür?

-           Macht dir dein Leben richtig Spass?

-           Was machst du, wenn du nichts machst?     usw.

 

Die Kinder sollten dann in Ruhe und ohne Intervention der Eltern darauf eingehen und ehrlich antworten. Die Fragen sind durchaus interessant gestellt und viele Erziehungsberechtigte könnten sich aufgrund dieser tatsächlich hinterfragen. Klar, es geht ihnen um das Wohl ihrer Kinder, doch darf man nicht auch vergessen, dass diese noch ein eigenes Leben haben? Inwieweit manche Kinder allerdings Hilfe brauchen dieses zu leben, ist wieder eine andere Frage.

 

Ein Ergebnis dieser Umfrage war, dass sich Kinder keineswegs zu sehr unter Druck sähen. Im Gegenteil: sie schätzten die Aufopferung ihrer Eltern und freuten sich über deren Bemühen. Dass sie ihrer heilen Kindheit beraubt würden, gab keines von ihnen an. Sie empfänden zwar Leistungsdruck, jedoch diesen nicht als Belastung. Tendenziell waren durchweg alle zufrieden mit dem Leben, den Eltern und auch sich selbst. Die Motivation, die ihnen zuhause mitgegeben werde, empfanden rund 90% als positiv.

 

Ein Bild, das tatsächlich Verwunderung hervorruft. Sieht man deutsche Schulkinder nicht immer vor ihren Büchern, ohne Zeit für Spaß und Freizeit? Doch eben das scheint nicht der Fall zu sein. Die Panik, von der die Medien durchflutet werden, gehe in erster Linie von den Eltern aus, die Kinder könnten in dieser Hinsicht entspannter damit umgehen, so die Mutter der 14-jährigen.

 

Natürlich versuchen Eltern immer etwas weiter zu blicken als das deren Kinder tun. Letztere wollen eher im Hier und Jetzt leben und freuen sich über einen reibungslosen Ablauf des Lebens. Das ist ja auch wichtig, gehört zu einer gesunden Entwicklung auch die Erfahrung eines jeden Lebensjahres. Hierbei sollte keines durch zu viel Schulstress ausgeklammert werden. Das sorgt nur für schlechte Stimmung im Elternhaus – und das sei schon Strafe genug. Wenn Eltern es lernen könnten, ein Stück weit loszulassen und den Kindern etwas mehr Autonomie zuzusprechen, könnte tatsächlich ein entspannteres Zusammenleben möglich werden.

Doch ist es eben schön zu sehen, dass Kinder die Ansichten bezüglich des Leistungsdrucks nicht unbedingt teilen und trotz allem glücklich zu sein scheinen.

Aus dieser Umfrage ist ein Buch in Coproduktion von Mutter und Tochter entstanden, in dem auf das Mitspracherecht der Kinder in der Erziehung eingegangen wird. Die Informationen dazu finden Sie im beigefügten Link.

 

http://www.morgenpost.de/familie/article108492400/Kinder-wollen-Druck.html

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Ein Kommentar

  1. [...] gewinnt immer mehr den Eindruck, dass man im Bereich Erziehung eigentlich nur noch alles falsch machen kann. Wie bereits angesprochen, sind die Beobachtungen [...]

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