Die richtige Schule in Freising – für Ihr Kind

Nachdem nun die allgemeinen Voraussetzungen – also das richtige Lernen – in einem eigenen Beitrag behandelt wurden, soll es jetzt um Empfehlungen für die Wahl der Schule gehen.

Sie sollten sich gründlich überlegen, wo die Interessen und Talente Ihres Kindes liegen.

Eines gleich vorweg: Eine „leichtere“ Schule gibt es nicht. Leider hört man als Nachhilfelehrer immer wieder von Eltern Bemerkungen wie: „Ich hab ihn (gemeint ist der Schüler) auf diese Schule geschickt, weil ich dachte, die ist einfacher, da muss er nicht so viel machen!“. Was übrigens oft heißt: „Ich dachte, da komme ICH ungeschoren davon…“.

 

Ich habe es im letzten Artikel schon geschrieben: Die schulische Ausbildung Ihres Kindes ist zunächst einmal Ihre Sache als Eltern(teil). Sie werden also derjenige sein, der die Verantwortung für seinen Werdegang trägt. Also werden die nächsten Jahre auch für Sie etwas arbeitsintensiver als bisher.

Es lohnt sich also, ein wenig Gewissenserforschung zu betreiben. Wo liegen die Talente meines Sprösslings? Was kann er eher nicht so gut? Ist er sprachbegabt? Naturwissenschaftlich-mathematisch? Musisch? Bitte seien Sie bei der Beantwortung dieser Frage so ehrlich zu sich selbst wie möglich. Sie ersparen Ihrem Kind viel Frustration, Ärger und Kummer. Wenn Sie selbst gerne einen kleinen Mozart im Hause hätten oder es sich so schön vorstellen, wenn Tochter oder Sohn an Weihnachten ein Geigen- oder Klavierkonzert geben würden, ist das eine Sache. Aber wenn Ihr Kind eher naturwissenschaftlich veranlagt ist, wird ein musisches Gymnasium eine Tortur. Und stellen Sie es sich auch nicht zu einfach vor: Gerade das musisch ausgerichtete Camerloher-Gymnasium erfordert nicht zuletzt von den Eltern viel persönlichen Einsatz. Wenn Sie in einem abgelegenen Ort wohnen, an dem dreimal am Tag der Bus fährt und am Wochenende zweimal, wird eine Menge Fahrerei auf Sie zukommen. Denn am Camerloher wird nicht zuletzt auch am Wochenende regelmäßig geprobt. Das Kind ist also nicht unbedingt bequem untergebracht, sodass sie in Ruhe ihre Freundschaften, Hobbies oder der Ruhe pflegen können. Gerade in Bezug auf diese Schule gibt es leider ein riesiges Missverständnis auf Seiten vieler Eltern: Ein musisches Gymnasium ist NICHT einfacher als ein humanistisches oder mathematisch-naturwissenschaftliches. Von allen Freisinger Gymnasien kommt gerade das Camerloher einer Eliteschule am Nächsten. Es ist in erster Linie gedacht für SchülerInnen, deren ganze Liebe der Musik gilt und die bereit sind, ihre Freizeit dafür zu opfern. Die anderen Fächer wie Latein, Englisch, Mathematik usw. sind dort nicht, wie oft von Eltern vermutet, „weniger wichtig“. Im Gegenteil: Einige sehr gute Lehrer an der Schule kämpfen vehement gegen diesen Ruf an. Sollte jetzt z.B. Ihr Sohn ein fanatischer Fußballer sein oder einem Verein mit einem allzu ehrgeizigen Trainer angehören, sind Probleme vorprogrammiert. Vor allem ab dem Alter von etwa 13, 14 Jahren an wird dann jeder geforderte Verzicht aufs Training zur Machtprobe. Oder aber, und das kommt leider regelmäßig vor, Ihr Spross wird sich die Zeit dafür halt einfach nehmen, wenn er eigentlich Latein oder Mathe büffeln sollte. Selbiges gilt natürlich auch für Töchter, nur dass es hier meist andere Hobbies sind als Fußball.

Merke: Das Instrument wird am Camerloher nicht ANSTATT der Fremdsprachen bzw. der Naturwissenschaften gelehrt, sondern ZUSÄTZLICH dazu.

Auf der anderen Seite hat die Schule stark nachgerüstet, was das früher dort verbreitete Problem der zahlreichen Unterrichtsausfälle angeht, und es steht zu erwarten, dass die Schule jeden Ausfall in Zukunft kompensieren kann.

Das kulturelle Angebot ist – entsprechend der musischen Ausrichtung des Institutes – überdurchschnittlich gut. Die vielen Chorwochen, Ausflüge etc. könnten allerdings für Familien mit wenig Geld etwa belastend werden: Immer, wenn man seine Kinder auf Reisen schickt, muss man mit außergewöhnlichen Ausgaben rechnen, und sei es nur, weil man ihnen Taschengeld für die Zeit außer Haus zustecken möchte.

Soweit zum Camerloher. Beim nächsten Mal wollen wir uns an der nächsten Schule umsehen.

Herzlichst, Ihr Abacus-Team!

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