Tag Archiv für Bildungschance

Der Berg kreisste und gebar eine Maus…

 

…so könnte man den Inhalt des neuesten Artikels des von mir hoch geschätzten Stern-Reporters Uli Hauser knapp wiedergeben (LINK: http://www.stern.de/panorama/bildung-in-deutschland-die-zeit-der-streber-ist-vorbei-1909037.html ).

Um den zweiseitigen Artikel kurz aufzuarbeiten für diejenigen unter Ihnen, werte Leser, die sich der modernen Leistungsgesellschaft nicht entziehen können: Es geht darum, dass die Schule mal wieder total daneben liegt, gute Noten unwichtig sind und gute Schüler ohnehin suspekt, weil höchstwahrscheinlich Soziopathen. Und dass es im Leben ohnehin auf wichtigeres ankommt als Leistungsnachweise. Und was mich besonders ärgert: mit einem bemerkenswerten Mangel an Sachkenntnis behauptet er: „So gibt es Nachhilfe in Französisch, um von “mangelhaft” auf “ausreichend” zu kommen. Nicht in Englisch, um sich von “befriedigend” auf “sehr gut” zu verbessern“. (LINK: http://www.stern.de/panorama/bildung-in-deutschland-die-zeit-der-streber-ist-vorbei-1909037.html auf S. 1). » Weiterlesen

Liebe zur Bildung…?

Liebe Eltern, Liebe Schüler!

Ich kann es nicht mehr hören: immer wieder gern wird der schwarze Peter für die Bildungsmisere den Schwächsten in der Gesellschaft zugeschoben. Das sind vor allem die Armen und die Migranten. Armut scheint schon per se zu schlechterer Bildung zu führen, während sich die Gutsituierten in der vermeintlichen Sicherheit wiegen, ihr Nachwuchs sei vor allen schulischen Fährnissen sicher.

Dabei wird übersehen, dass eine gute Ausbildung ebenso wenig automatisch vererbt wird wie eine Armutskarriere im Hartz IV-System. Die calvinistische Einteilung in die einen, denen Erfolg im Leben von Gottes Gnaden zuteil wird und die anderen, die zu ewiger Bitternis verdammt sind, entbehrt nach modernen Erkenntnissen jeder Grundlage. Aber genauso wenig darf man sich nur auf die üblichen Institutionen wie Schule, Staat etc. verlassen, wenn es um die Zukunft der Kinder geht.

Eine nicht unbeträchtliche Rolle beim Lernen spielt der Stellenwert, den Bildung beim Lernenden einnimmt. Dieser wird jedoch nicht allein von ihm selbst bestimmt, sondern in hohem Maße auch von seinem Umfeld. Hier spielen die Einstellung der Familie, des sonstigen sozialen Umfeldes sowie gesellschaftliche Faktoren eine Rolle.

Werden Lernen und Wissen in der Familie hoch geschätzt, erhöht das logischerweise die Motivation des Heranwachsenden, sich selbst ebenfalls mit Lerninhalten auseinanderzusetzen. Auf das Einkommen der Eltern kommt es dabei meiner Erfahrung nach nicht so sehr an. Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis viele gebildete Menschen mit eher niedrigem Einkommen, deren Kinder aber trotzdem eine gute Schulbildung genießen. Allerdings ist auch hier entsprechendes Verhalten kein Selbstläufer: die Eltern investieren sehr viel von ihrer Freizeit ins Lernen mit ihrem Nachwuchs. Die Studierfreude ist also nicht erblich – wie einfach wäre das! – sondern rührt aus der einfachen Tatsache, dass die Eltern ihr einen hohen Stellenwert einräumen und ihren Kindern ein Vorbild geben.

Umgekehrt gibt es auch Gutverdiener, die der Bildung ihrer Kinder zwar ebenfalls einen hohen Stellenwert einräumen, ihnen aber dann ein Wertesystem vorleben, in dem alle anderen Betätigungen wichtiger sind. Erfahrungsgemäß beinhaltet eine solche Situation ein gewisses Konfliktpotential: die Schüler haben dann leicht das Gefühl, es werde mit zweierlei Maß gemessen und von ihnen werde etwas verlangt, was der fordernde Elternteil selbst nicht vorlebe. Da Jugendliche oft schon aufgrund altersgemäßer Entwicklung Erfahrungen nicht unbedingt immer richtig einordnen können, auf der anderen Seite aber weitaus kritischer gegenüber vermeintlichen Inkonsequenzen sind als Erwachsene, verlieren sie jegliche Motivation. Ähnlich wie in dem – allerdings sehr geringen! – Prozentsatz an Familien, in denen gute Ausbildung gar keinen Stellenwert hat, wird ihnen letztendlich ein meist am Konsum orientiertes Wertesystem vorgelebt.

Nun ist nicht jeder in der Lage, die Ausbildung seiner Sprösslinge selbst in die Hand zu nehmen. Scheitert es bei dem einen an der eigenen Schulbildung, hat der andere vielleicht schlicht keine Zeit. Letzteres ist oft bei gut ausgebildeten, gut verdienenden Upper-Middle-Class-Eltern der Fall. Für beide Probleme ist ein Nachhilfelehrer die Lösung. Denn längst ist die Nachhilfe nicht mehr nur eine zeitlich begrenzte Krisenintervention, sondern eine dauerhafte Institution.

Ich rede hier nicht davon, sich von der oben genannten Verantwortung „freizukaufen“. Auf der anderen Seite gilt: Angesichts des zunehmenden Drucks des modernen Arbeitslebens wäre es illusorisch, von den Eltern den enormen Zeitaufwand zu erwarten, den Schule nun mal kostet. Aber irgendjemand muss diesen Job machen. Outsourcing nennt man das, und das ist heutzutage in fast allen Lebensbereichen ganz normal.

Um ein Kind zu zeugen, bedarf es zweier Elternteile, doch um es groß zu ziehen, bedarf es eines ganzen Dorfes. Und in dem sollte es nicht zuletzt Lehrer geben.

Herzlichst, Ihr Abacus Team/Dr. M. Fritz!

Hier sehen Sie einen Filmbeitrag  zum Thema:

 

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Presseerklärung

Private Bildungshilfe für Kinder
Verein zur Unterstützung von Kindern aus finanzschwachen Familien gegründet.

In Nürnberg wurde der Verein BildungsChance e. V. gegründet. Ziel ist, bundesweit auch denjenigen Kindern Nachhilfeunterricht zugänglich zu machen, deren Eltern sich dies bislang nicht leisten konnten. Damit will der gemeinnützige Verein Schwachstellen in der Umsetzung der gesetzlichen Regelung entgegenwirken und unbürokratisch schnelle Hilfe leisten.
“Ausgangspunkt unserer Überlegungen war, dass die derzeitige gesetzliche Praxis bei weitem nicht ausreicht, um Kindern aus finanzschwachen Familien eine effiziente zusätzliche außerschulische Förderung zu ermöglichen”, so die frisch gewählte Vorsitzende Sieglinde Bauer.
Bildungschance e.V.

 

 

 

 

 

Bildunterschrift:

Die Vorsitzende des Vereins “BildungsChance” Sieglinde Bauer

Dabei geht es nicht nur um Kinder aus Hartz-IV-Familien, sondern auch um Kinder, deren Eltern sich private Nachhilfe einfach nicht leisten können oder unverschuldet in Not geraten sind. „Hier wollen wir etwas zur Chancengleichheit beitragen“, resümiert die Vorsitzende Sieglinde Bauer.
Finanziert wird diese Leistung ausschließlich durch Spenden. Deshalb appelliert Sieglinde Bauer im Namen der Kinder auch an alle potenziellen Spender, dieses Vorhaben zu unterstützen: „Nur Sie können dabei helfen!“.  Auf Wunsch werden die Spender auf der Homepage des Vereins www.bildungschance-ev.de genannt. “Das gespendete Geld wird zu 100% für den Nachhilfeunterricht verwendet” ergänzt die Vorsitzende. „Für organisatorische Aufgaben werden nur die Mitgliedsbeiträge verwendet, so dass jede Spende direkt und in vollem Umfang den bedürftigen Kindern zu Gute kommt“.
Der Nachhilfeunterricht selbst wird im Rahmen eines häuslichen Einzelunterrichts beim Schüler durchgeführt. “Nur so ist gewährleistet, dass die individuellen schulischen Probleme auch intensiv und effektiv bearbeitet werden können”, so die Vorsitzende.
Sieglinde Bauer bittet alle Nachhilfelehrer, Nachhilfeinstitute und Ehrenamtliche, die vom Verein BildungsChance e.V. mit dem Unterricht beauftragt werden wollen, sich bei BildungsChance e.V. zu bewerben. Wichtigstes Kriterium, das der Verein in seiner Satzung niedergelegt hat, ist dabei der Nachweis, dass der beauftragte Nachhilfelehrer seine Einkünfte auch ordnungsgemäß versteuert oder für den Verein ehrenamtlich tätig werden möchte. “Wir wollen der ohnehin riesigen Schwarzarbeit im Bildungsbereich nicht noch weiter Vorschub leisten”, fasst Sieglinde Bauer die Ergebnisse der Vorstandsberatungen zusammen.
Spender, interessierte Eltern und qualifizierte Nachhilfelehrer erhalten unter www.bildungschance-ev.de weitere Informatione

Gemeinsam schaffen wir es...

 

 

 

 

 

Hauptmotiv des Vereins “BildungsChance”