Tag Archiv für Latein

Latein übersetzen – aber richtig!

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Quelle: Ich-und-Du / pixelio.de

Im letzten Teil meiner Miniserie über die richtigen Lernmethoden fürs Lateinische möchte ich nun also endlich zum richtigen Übersetzen kommen.

Hat man nämlich die Vokabeln gelernt und die Grammatik verinnerlicht, bedeutet das noch lange nicht, dass man auch Texte aus dem Lateinischen ins Deutsche übertragen kann.

In erster Linie kommt es darauf an, die ellenlangen Wortketten aufzubrechen.

Und hier setzt die erste Schwierigkeit ein – die meisten SchülerInnen haben das zwar einmal ganz am Anfang gelernt, es dann aber irgendwann nicht mehr praktiziert und schließlich vergessen. Kommen dann aber etwa ab der neunten Jahrgangsstufe etwas anspruchsvollere Texte, funktioniert die mittlerweile erlernte Übersetzungstechnik „Wort für Wort“ nicht mehr.

Wie also macht man sich die zähe Sprache der Klassiker gefügig? » Weiterlesen

Kleiner Leitfaden zum Lateinunterricht…

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Quelle: Ich-und-Du / pixelio.de

Zu den Fächern, die die SchülerInnen am langweiligsten finden, gehört vermutlich das Fach Latein. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Kaum einer von ihnen findet einen Sinn darin.

„Die Leute sind schließlich schon lange tot, was gehen sie mich also an?“, denkt vermutlich nicht nur so mancher Pennäler. Auch von den Eltern ist ab und an ein ähnliches Statement zu vernehmen. » Weiterlesen

Sprechen Sie Französisch?

Aus dem Landkreis Freising:

Zum 50. Jahrestag des Élysée-Vertrages, der nach Jahrhunderten der „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschen und Franzosen endlich Frieden zwischen beiden Ländern schuf und den Weg für die spezielle Beziehung, die beide Länder heute miteinander pflegen, rief die Bundeskanzlerin Merkel zum Französischlernen auf.

Was die Kanzlerin erkannt hat: man kann das Gegenüber nur dann verstehen, wenn man seine Sprache spricht. Auch im Zeitalter der Weltsprache Englisch muss man, wenn man besondere Beziehungen zu einem bestimmten Land aufbauen will, auch dessen Nationalsprache lernen. Das gilt nicht nur fürs Französische; Auch Italienisch, Spanisch, Chinesisch und Japanisch kann man an einigen Schulen im Großraum München als zweite Fremdsprache lernen.

Wer jemals mit Geschäftspartnern aus dem Nahen Osten zu tun hatte, wird bemerkt haben, wie bereits ein paar einstudierte Floskeln einem Türen öffnen, die sonst verschlossen geblieben wären. Dasselbe trifft zu auf Chinesen, Japaner und andere außereuropäische Völker. Dass man sich die Mühe gemacht hat, die Sprache zu erlernen, zeigt den Leuten, dass man nicht in der Tradition westlicher Kolonisatoren kommt, unter denen einige dieser Länder sehr gelitten haben.

Aber wie sieht es eigentlich in der Praxis aus?

Schon seit längerer Zeit höre ich mich bei Eltern und Schülern im Landkreis Freising um und bin offen gesagt konsterniert.

Da man mittlerweile an vielen Schulen des Landkreises nach einigen Jahren den Lateinunterricht gegen Kurse in Französisch, Spanisch oder Italienisch eintauschen kann, sollte man eigentlich meinen, dass der Völkerverständigung im vereinten Europa einmalige Chancen geboten würden.

Doch gibt es leider etliche Lateinlehrer, die mit meines Erachtens unlauteren Methoden versuchen, ihre Schützlinge von einem Wechsel abzuhalten. Auf Informationsabenden werden Eltern und Schüler vor dem enormen Arbeitsaufwand gewarnt, und zuweilen versteigen sich die Lateiner zu bizarren Argumentationen: Wer gut ist in Latein, der solle ohnehin lieber dabeibleiben und nun endlich die ganz anspruchsvollen Texte lernen. Wer aber in Latein schlecht ist, der würde angeblich auch in der neuen Fremdsprache schlechte Noten mitbringen.

Was, bitteschön, ist das denn für ein Unsinn?

Denn gerade Latein ist eine Sprache, in der ungewöhnlich viele Schüler erst verhältnismäßig spät lernen, worauf es ankommt. In den ersten Jahren kommen sie nämlich meist noch recht weit, wenn sie einfach die Wörter irgendwie sinngemäß aneinanderreihen. Erst später zeigt sich dann, dass die Grammatik eigentlich der springende Punkt bei dieser Sprache ist: wenn dann die Wortstellung in den literarischen Sätzen derart frei und unübersichtlich wird, dass man nur unter peinlich genauer Beachtung sämtlicher grammatikalischer Feinheiten eine sinnvolle Übersetzung zustande bringt. Und wenn dieser Punkt einmal erreicht ist, hat der Schüler ohnehin keinen Spaß mehr daran. Dann kann er nur noch mit viel Aufwand die Sprache quasi noch mal neu erlernen. Warum also sollte er sich dann nicht gleich in eine neue Sprache einarbeiten? Immerhin hat er nun hoffentlich erkannt, worauf es ankommt, und kann jetzt tabula rasa machen und ganz von vorne anfangen. Fleiß und Aufwand gehören in beiden Fällen gleichermaßen dazu.

Aber leider gibt scheinen manche Lateiner ihre Pfründe zu verteidigen, als ginge es um den endgültigen Untergang der Sprache. Doch die Altphilologen mit ihrer recht tüchtigen Lobbyarbeit müssen dies eher dann fürchten, wenn sie junge Leute von den lebenden romanischen Sprachen abhalten. Denn das Hauptargument lautete doch seit Jahren immer: „Lernt Latein, dann tut Ihr Euch mal später mit seinen Abkömmlingen leichter!“

 

Herzlichst, Ihr Abacus Team/Dr. M. Fritz!

Missverständnis ums Camerloher Gymnasium…

Freising

Zu den traurigen Missverständnissen bei der Schulwahl hier in Freising gehört, dass mit schöner Regelmäßigkeit das Camerloher-Gymnasium unterschätzt wird. Immer wieder berichten mir Eltern, dass sie ihren Nachwuchs dort anmelden, da diese Schule ja „einfacher“ sei.

Einfacher? Wie kommen sie zu dieser Auffassung? » Weiterlesen

Thema Erziehung: Zweisprachige Erziehung ist gut für unsere Kinder

Dass sich durch eine bilinguale Erziehung die kognitiven Fertigkeiten Heranwachsender verbessern ist wohl allseits bekannt. In vielerlei Hinsicht profitieren diese davon und gehen mit einem entscheidenden Vorteil ins Leben: die Fähigkeit, leichter in einem gegebenen Land unterzukommen und sich an dessen Kultur anzupassen. Sprachen gewinnen in der heutigen, so vernetzten Welt ohnehin immer mehr an Bedeutung. Wissenschaftler haben nun in Luxemburg eine Studie aufgestellt, bei der sie eben jenes Phänomen untersucht und gerade bei Kindern aus einkommensschwachen Familien beobachtet haben.

Ein Leben in Armut prägt natürlich ungemein und wirkt sich auch auf die mentalen Fertigkeiten der Kinder aus. Die eingangs erwähnte Studie deckt hierbei auf, dass diejenigen, die zweisprachig aufwachsen, auch im Hinblick auf sprachfremde kognitive Fertigkeiten profitieren. 80 SchülerInnen aus den zweiten Klassen nahmen an der Untersuchung teil, wovon die eine Hälfte rein portugiesisch, die andere portugiesisch-luxemburgisch erzogen wurde. » Weiterlesen